Neue Spuren in der norischen Geschichte
Historisches Kulturgut und zeitgenössische Kunst treffen im "Museum für Quellenkultur" in Klein St. Paul aufeinander. 2011 wird die Ausstellung um Funde von der Hornburg erweitert.
Fossilien vom Waldkogelzug, 4000 Jahre alte Faustkeile oder ein Hundehetzband aus dem Mittelalter - das "Museum für Quellenkultur" im Lachitzhof in Klein St. Paul ist reich an historischen Funden aus der Norischen Region. Und mehr noch. Die Geschichte des Görtschitztales spiegelt sich auch in den Arbeiten des Künstlers Werner Hofmeister wider, die sich im und um das Museum befinden.
Im kommenden Jahr möchte Hofmeister, der seit 1992 das von Otto Leitgeb gegründete Museum leitet, neue Akzente setzen. "Zwei Räume werden sich den Besuchern neu präsentieren", sagt Hofmeister. Aller Voraussicht nach im Juni soll es so weit sein. In einem werden neue historische Funde zu sehen sein. Und zwar von der Hornburg, wo Gerold Fabach forscht. Für den Klein St. Pauler war die Hornburg - diese war früher ein römischer Signalturm - schon als Kind ein "magischer Ort". "Ich habe vor 40 Jahren bereits dort gegraben", sagt Fabach. Pfeilspitzen und Bronzekugeln zählten damals zu seinen Funden. "Ein Freund hat sogar eine Münze aus dem Jahr 1124 gefunden", so der Geschichtsinteressierte.
250 Pfeilspitzen
Seit zwei Jahren gräbt Fabach mit Genehmigung des Eigentümers wieder auf der Hornburg. In dieser Zeit konnte er schon vieles ans Tageslicht bringen. Unter anderem 250 Pfeilspitzen, Tonscherben und Sporen aus dem 13. Jahrhundert. Die älteste Münze datiert mit 1001. Auf ihr dürfte Hemma von Gurk abgebildet sein. "Auf dem Weg zur Burg fand ich einmal ein Silbersiegel mit einem Wappen", sagt Fabach.
Dass sich Menschen gefunden haben, die seine Nachfolge angetreten haben, das Kulturgut der Region zu bewahren, freut Otto Leitgeb. "Mir lag die Geschichte und Kultur immer sehr am Herzen. In meiner Freizeit restaurierte ich mit freiwilligen Helfern einige historische Objekte. Darunter auch die Hornburg", sagt der knapp 90-Jährige, der auch den Geschichtsverein "Norische Region" mit aus der Taufe hob. Sein jahrzehntelanger Einsatz für die Geschichte gipfelte 1983 in der Gründung des Werksmuseums Wietersdorf und des "Talmuseums" im Lachitzhof.
Die neuen Exponate bleiben nicht die einzige Novität im nächsten Jahr. "Sonderausstellungen werden nur noch zum Thema ,Zeichen'stattfinden. 2011 werden sich 40 Künstler mit ,Vorzeichen' beschäftigen", sagt Hofmeister. Und seine Tochter Eva erarbeitet ein eigenes Programm für Schulen. Auch das soll nächstes Jahr in die Umsetzung gehen.











