"Film ab" für das erste Großprojekt
Der St. Veiter Verein "filmart.studios" dreht seinen ersten Spielfilm. Dieser erzählt von Svetlana, die im Bosnienkrieg miterleben musste, wie ihr Bruder ums Leben kam.

Foto © KuhsDrehen schon fleißig an ihrem ersten Spielfilm: Nikola Tasic, Emanuel Verdino (beide Kamera) und Katharina Krassnitzer (von links)
Der Verein "filmart.studios" aus St. Veit wagt sich filmisch an ein sensibles Thema heran: an das Trauma. "[traum(a)]" ist auch der Titel des Filmes. Der St. Veiter Alexander Doliner (24) war der Initiator des Projektes: Er hatte die Idee zum Film, schrieb das Drehbuch und führt Regie.
Doliner war 2004 ein Mitbegründer des Kultur- und Medienvereins "filmart.studios". Bisher hat der Verein einige Kurzfilme auf die Beine gestellt. Doch nun wird der erste Spielfilm gedreht, der 65 Minuten dauern soll. Bereits vergangene Woche haben in Klagenfurt die Dreharbeiten begonnen. Insgesamt gibt es 25 Drehtage in St. Veit und Klagenfurt.
Aufarbeitung
Der Film erzählt von Svetlana, die im Zuge des Bosnienkrieges miterleben muss, wie ihr Bruder stirbt. Die Familie flüchtet nach Österreich, aber niemand redet mit ihr über den Tod des Bruders. Bis eines Tages das Verdrängte seinen Platz einfordert: Das Trauma bricht auf . . . Mehr wird derweil noch nicht verraten.
Bis Februar 2011 soll der Film fertig sein. "Für einige Szenen brauchen wir Statisten. Und die aufwendigste Statistenszene findet am 6. September ab 15 Uhr in der Diskothek Bollwerk in Klagenfurt statt. Wir brauchen mindestens 300 Leute. Es wird ein Discjockey auflegen, der Eintritt ist frei", sagt Katharina Krassnitzer (23), die bei der Organisation hilft und auch Mitglied des Vereins ist. "Die Hauptdarsteller kommen vom Kärntner Landeskonservatorium und sind Abgänger der Schauspielausbildung", so Krassnitzer. Lisa Walcher von der Trickfilm- und Schreibwerkstatt und Barbara Kuk verfassten die Dialoge. Teilweise wird serbisch gesprochen. "Die Schauspieler wurden gecoacht, denn sie sprechen kein Serbisch", sagt Doliner, der in Wien Medienkunst studiert. Außerdem werden bei dem Film einige Leute aus dem Bezirk mitarbeiten.
"Idealismus", sagt Krassnitzer, sei das Motiv für den Film, der rund 45.000 Euro kosten wird. "Zum Glück unterstützt uns die Stadt, aber wir müssen trotzdem noch Sponsoren suchen", so Krassnitzer. Seit zwei Jahren laufen bereits die Vorbereitungen für den Film, der - wenn er fertig ist - in St. Veit, Klagenfurt, Graz und Wien gezeigt werden soll.
Features
Gesucht
Statisten. Gesucht werden Statisten für Soldaten, Trauergäste, Passanten, Polizisten, Krankenhauspersonal und Discobesucher. Für die aufwendigste Szene werden 300 Statisten gesucht (Disco Bollwerk, Klagenfurt, 6. September, 15 Uhr).
Infos. Nähere Infos unter "www.filmart.at".













