St. Veit will sein elektrisches Gold verkaufen
St. Veit zahlt seit 1950er-Jahren um 50 Prozent weniger für Strom: Der Verkauf dieses Deputats könnte 5 bis 5,5 Millionen Euro bringen.
Was tun mit 5 bis 5,5 Millionen Euro? Wenn die Stadt St. Veit ihr Stromdeputat auflöst, wird sie sich das von der Kelag mit barem Geld ablösen lassen. "Ich rechne mit 5 bis 5,5 Millionen Euro", sagt St. Veits SPÖ-Bürgermeister Gerhard Mock (die Kleine Zeitung berichtete).
Dieses Deputat besteht seit dem Jahr 1955. Damals sind die Stadtwerke von Städten wie St. Veit, Feldkirchen oder Villach schrittweise in der Kelag aufgegangen. Wegen dieses Deputats braucht die Stadt St. Veit derzeit nur 50 Prozent für den verbrauchten Strom zahlen. Mit dem erlösten Geld - kommende Woche sind die nächsten Verhandlungen - will Mock den E4-Fonds (in dem man schon 18 Millionen aus dem Verkauf der Kelag-Aktien lagert) aufstocken. "Ein Teil des Geldes soll in Projekte fließen", sagt Mock.
Was dieses Geld anbelangt, will FPK-Stadtrat Herwig Kampl auch ein Wörtchen mitreden: "Es muss zukunftsträchtig veranlagt werden. Es soll in den E4-Fonds einfließen. Dann kann ich mir auch eine Zustimmung im Gemeinderat vorstellen." Die Ablöse des Deputatstromes durch die Kelag muss nämlich im Gemeinderat beschlossen werden. Ob dieser noch im August, oder erst Anfang September stattfindet, ist noch nicht fixiert.
Keine Einwände
Keine Einwände hat auch ÖVP-Stadtrat Rudolf Egger: "5,5 Millionen sollten das Ziel der Verhandlungen sein. Das Geld sollte in den E4-Fonds fließen. Wir werden auf jeden Fall mitstimmen." Und welche Projekte sollten finanziert werden. "Über Projekte haben wir noch nicht gesprochen, wir brauchen auch einen Polster."
Auch das BZÖ in St. Veit wird nicht gegen die Ablöse stimmen. "Wenn es den Bürgern zugutekommt, werden wir die Letzten sein, die dagegen sind", sagt BZÖ-Gemeinderätin Isabella König. Grünen-Gemeinderat Klaus Knafl findet, dass der Verkauf keine schlechte Idee ist. Bezüglich der Verwendung hat er schon konkrete Ideen: "Es soll endlich Geld für soziale Projekte in St. Veit lockergemacht werden. Es muss auch für das Jugendzentrum eingesetzt werden. Wenn wir das Geld aus dem Verkauf des Deputatstromes haben, gibt es auch keine Ausrede mehr, dass ein Jugendzentrum zu teuer wäre." Außerdem, so Knafl, wäre zu überlegen, ob man Privaten nicht günstige Darlehen anbieten könnte, um das Projekt Sonnenstadt aufzuwerten: "Um sich Photovoltaik-Anlagen leisten zu können." Wie und was mit dem Geld nun wirklich gemacht wird, wird aber wohl die SPÖ entscheiden: Sie hält die Mehrheit im Gemeinderat.











