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Zuletzt aktualisiert: 31.07.2010 um 20:23 UhrKommentare

Burgenstadt zittert um Dominikaner

Prior Fulko Hilgefort (73) möchte sich 2012 aus der Klosterverwaltung zurückziehen. Spätestens dann steht das Dominikanerkloster in Friesach vor einem möglichen Aus!

In den Sternen steht die Zukunft des Friesacher Dominikanerklosters. Noch wird es von Prior Hilgefort verwaltet

Foto © PhinoIn den Sternen steht die Zukunft des Friesacher Dominikanerklosters. Noch wird es von Prior Hilgefort verwaltet

Ein Thema beschäftigt derzeit die Burgenstädter: "Droht der Verkauf des Dominikanerklosters?" Dominikaner-Prior Fulko Hilgefort dazu: "Ich gebe über mögliche Zukunftsszenarien keinerlei Auskunft. Da ist Ordensprovinzial Dietmar Schon in Augsburg zuständig."

Klosterverkauf wurde bereits 2006 beschlossen

Der in Friesach überaus beliebte Hilgefort repräsentiert die Dominikaner in der Seelsorge und verwaltet die Besitzungen. Dass der Dominikanerorden bereits 2006 im Rahmen eines Provinzialkonzils den Verkauf des Klosters beschlossen hat, bestätigt Hilgefort. Bislang hat er sich aber gegen einen Verkauf wehren können: "Ich kann ja nicht als deutscher Staatsbürger in Österreich Klostereigentum verkaufen. Dazu kommt ja noch, dass unser Besitz auf Stiftungen aus dem 14. Jahrhundert zurückgeht, da kann man nicht einfach verkaufen!" In seiner Arbeit erfährt Hilgefort Unterstützung von einem emeritierten Münchner Geistlichen und von Schwester Katharina, einer Gartenbauexpertin. "Ich will mich im Grunde 2012 von den Verwaltungsaufgaben zurückziehen und nur mehr die Kirche am Gaisberg betreuen. Dann war ich 50 Jahre Priester und 25 Jahre Provinzial in Friesach", erklärt der 73-Jährige. Hilgefort könnte dann der letzte Dominikaner-Provinzial in Friesach sein!

"Das wäre fürchterlich - Friesach und die Dominikaner sind historisch untrennbar miteinander verbunden", sagt Friesachs Kulturreferent Hubert Groicher. Der Ordensprovinzial der Dominikaner, Dietmar Schon, bestätigt und beruhigt: "Wir haben 2006 beschlossen, dass Friesach die Voraussetzungen für ein kanonisch errichtetes Haus nicht mehr erfüllt. Dazu wären mindestens drei dort wirkende Brüder notwendig. Wir gewährleisten mit Fulko Hilgefort weiterhin die seelsorgliche Präsenz und suchen ohne Zeitdruck nach Lösungen für die Zukunft."

Verkaufsabsicht

Schon dementiert die Verkaufsabsicht nicht und bestätigt auch Gespräche mit der Diözese Gurk und Bischof Alois Schwarz."Wir wissen um die Situation der Dominikaner. Wenn die Dominikaner eine ordensinterne Klärung herbeigeführt haben, ist die Diözese der erste Ansprechpartner", sagt der Pressesprecher der Diözese, Matthias Kapeller. Die Angst vor einem Verkauf des Friesacher Klosters ist nicht unbegründet. Die Söhne Mariens in Kötschach, die Brüder vom Gemeinsamen Leben in Maria Saal, die Salvatorianer in Gurk und die Kapuzinerniederlassung in Wolfsberg wanderten in jüngster Vergangenheit aus Kärnten ab! 2007 wurde das Dominikanerkloster St. Albert bei Bornheim (Deutschland) verkauft.Ein Verkauf des Klosters würde Friesach - neben Wien und Graz einer von drei Standorten des Ordens in Österreich - hart treffen. Die Dominikaner sind in der Bevölkerung stark verankert. Mit der Diözese Gurk und dem Deutschen Orden sind sie die dritte katholische Kraft in der Stadt, deren 5400 Einwohner zu fast 90 Prozent katholisch sind. In der Hochblüte des Ordens wirkten übrigens bis zu 100 Brüder gleichzeitig in Friesach.

PHILIPP NOVAK

Das Kloster

Gründung. Der Dominikanerorden wurde um 1200 in Südfrankreich gegründet. In Friesach befindet sich die erste Niederlassung auf deutschsprachigem Boden. Die Klostergründung erfolgte zwischen 1217 und 1221, noch zu Lebzeiten des hl. Dominikus (geboren etwa 1170 in Kastilien in Spanien, gestorben am 6. August 1221).

Kirche. Ab 1251 errichtete der Orden die Nikolauskirche, einen frühgotischen Monumentalbau, der als die längste Kirche Kärntens gilt.

Brand. Das Kloster wurde 1637 durch einen Brand schwer beschädigt, aber saniert. Eine Schule der Dominikaner wurde aber nicht mehr eröffnet.

Auszug. 1797 Aufhebung des Konvents, das Gebäude diente als Arsenal und Militärspital.

Rückkehr. 1856 zogen Dominikanerinnen wieder ein, 1889 kehrten die Dominikaner nach Friesach zurück und errichteten 1892 wieder eine formale Niederlassung des Ordens.

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