"Das Wetter gibt mir zu denken"
Paula Wernig misst seit 25 Jahren das Wetter: Der "Wetterfee" aus Weitensfeld ist dabei nicht nur wohl zumute: Weniger Regen und Schnee und mehr Hitze und Dürre lassen sie nicht kalt.
S eit 25 Jahren zeichnen Sie das Wetter auf, würden Sie sagen, dass Sie das Geheimnis des Wetters kennen. Kennen Sie es besser als andere?
PAULA WERNIG: Ja, sicherlich. Mir fallen Klimaveränderungen auf. Es ist bei uns ja viel wärmer geworden und im Winter haben wir fast keinen Schnee mehr. Auch so viel Wind hatten wir früher nicht. Jetzt gibt es starken Wind oft über mehrere Tage. Und außerdem sind die Niederschläge zurückgegangen.
Wie hat sich der Sommer verändert?
WERNIG: Die Rasenflächen sind braun, die Maisäcker halb verdorrt. Das gibt mir zu denken, wenn die Niederschläge immer geringer werden. Und wenn es regnet, ist es so viel, dass es zu Überschwemmungen kommt.
Sie messen täglich das Wetter. Wie messen Sie es?
WERNIG: Ich messe um 6.30, 7.30 und 10.30 Uhr die horizontale Sichtweite, Höhe der Wolken und mehr. Der Automat misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit.
Und Sie geben jeden Tag die Daten an die Zentralanstalt für Meteorologie in Klagenfurt?
WERNIG: Ja, aber ich werde angerufen. Ich gebe die Meldungen dann in verschlüsselter Form weiter, das ist kürzer.
Wie hört sich so ein Wetter-Code an?
WERNIG: 4 1 9 89 0 XXXX 70 200. Das bedeutet 6.30 Uhr, keine Wolken unter 2000 Meter, horizontale Sichtweite über 70 Kilometer, keine Bewölkung, die Windstärke und so fort.
Welches Wetter haben Sie am liebsten?
WERNIG: Schönes Wetter, ich bin aber auch froh, wenn der Regen kommt. Für meinen Gemüse- und Blumengarten.
Haben Sie einen Appell?
WERNIG: Man sollte gegen die eigentlichen Ursachen der Klimaveränderungen vorgehen: gegen Habgier und Eigennutz und die Gleichgültigkeit der Menschen. INTERVIEW:
ANDREAS KANATSCHNIG
Features
WETTER IN ZAHLEN
Veränderungen. Seit 25 Jahren misst Paula Wernig das Wetter. Verändert hat sich seit damals viel: Im Winter fällt fast kein Schnee mehr, im Sommer weniger Niederschläge. Gibt es einmal Regen, so ist er häufig so stark, dass es zu Überschwemmungen kommt. Auch der Wind hat zugenommen.
Heißester Tag. Der höchste von Wernig in Weitensfeld gemessene Temperatur war 35,4 Grad Celsius, das war am 27. Juli 2003. Der wärmste Tag heuer war der 17. Juli mit 33 Grad.
Tropentage. Die meisten Tropentage (mehr als 30 Grad Celsius am Tag) gab es im Sommer 2007. 34 Mal kletterte damals das Thermometer über die heiße Grenze.
Niederschläge. Die meisten Niederschläge am Tag gab es am 25. Juli 1972 mit 79 Millimetern (das sind 79 Liter pro Quadratmeter). Der "verregnetste" Sommer war 2004 mit 507 Millimetern pro Quadratmeter. Der trockenste Sommer war 1971 mit 191 Millimetern.













