St. Veit wächst in die Höhe
Im Vergleich mit der Bevölkerungsentwicklung anderer Kärntner Bezirksstädte schneidet St. Veit sehr gut ab: Es ist die sechstgrößte Stadt Kärntens. Der Bauboom hält an.
Wie ein Saugnapf zieht Klagenfurt alle Einwohner an. Mit 93.478 Einwohner ist es so groß wie die beiden nachfolgenden Städte Villach und Wolfsberg zusammen. St. Veit hat sich in diesem Konkurrenzkampf um Einwohner und Steuergelder in den vergangenen Jahrzehnten recht gut geschlagen.
Den Vergleich mit den Bezirksstädten braucht St. Veit nicht zu scheuen. 4325 Einwohner hatte St. Veit im Jahr 1869. Damals belegte es den elften Rang im Vergleich mit der Bevölkerung anderer Gemeinden. Seitdem ist St. Veit nach oben geklettert: Mit 12.866 Einwohner belegt die Herzogstadt Platz sechs.
Im Vergleich zu den anderen Gemeinden des Bezirkes, hat sich St. Veit einen Top-10-Platz erarbeitet. Hüttenberg und Friesach sind aus den Top-10 verdrängt worden. Hüttenberg rangiert auf Platz 92 (1624 Einwohner) und Friesach auf Platz 20 (5180 Einwohner). Der Grund, dass St. Veit sich behaupten kann? In erster Linie der, dass die Zentren gewinnen, während die Randgebiete verlieren. St. Veit hat auch eine kluge Wohnbau- und Arbeitsplätzepolitik betrieben.
Seit 1989 wurden 904 Wohnungen in St. Veit gebaut. Die 26 Wohnungen, die jetzt am Wayerfeld gebaut werden, sind darin noch nicht enthalten. Dieses und auch der Wohnpark St. Donat sind zwei Projekte, die den Aufwärtstrend sichern sollen. "Wir haben aber auch 134 Objekte saniert, in denen 1150 Mieter wohnen", sagt Bürgermeister Gerhard Mock. 19,4 Millionen Schilling wurden in seiner Amtszeit in die Sanierung und 90 Millionen Euro in die Neubauten gesteckt.
Sprung nach vorne
Mock konnte so einen Sprung nach vorne machen. Zwischen 1961 und 1991 stieg die Bevölkerung St. Veits nur um knapp 100 Leute auf 12.045. Von 1991 auf 2009 stieg die Bevölkerung um knapp 900 Personen. Wenn man den Zuwachs aller Kärntner Bezirksstädte, den sie seit 1869 verbuchen können vergleicht, liegt St. Veit auf Platz vier. St. Veit schneidet auch viel besser ab als der politische Bezirk. Dieser ist mit Hermagor Schlusslicht von Kärnten: In beiden Bezirken wuchs die Bevölkerung nur minimal. 108 Prozent der Bevölkerung von 1869 haben die beiden Bezirke. Das entspricht bei St. Veit 57.155 Einwohnern. Bei den Steuereinnahmen kann die Herzogstadt aber keinen Spitzenplatz verbuchen. Mit 1251 Euro pro Kopf liegt St. Veit im Jahr 2008 beim Steuereinkommen auf Platz sechs.
Die Arbeitnehmerzahl beträgt in St. Veit 8550. Das soll sich noch verbessern, der Industriepark wurde angelegt, um zu wachsen. Welches Erbe will Mock in ferner Zukunft seinem Nachfolger übergeben: "Ich möchte eine positive Bilanz in Form einer Hürde hinterlassen, die aber nicht unüberwindbar ist."
Features
DIE BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG IN ZAHLEN
Bevölkerung 2009. Klagenfurt (93.478 Einwohner), Villach (58.949), Wolfsberg (25.316), Spittal an der Drau (15.926), Feldkirchen (14.343), St. Veit (12.866), Völkermarkt (11.387), Hermagor (7.139).
Bevölkerung 1869. Klagenfurt (23.302), Wolfsberg (13.062), Villach (11.304), Völkermarkt (8632), Feldkirchen (6516), Hermagor (5366), St. Veit (4325), Spittal an der Drau (3075).
Steuereinnahmen. Spitzenreiter ist Klagenfurt mit 1622 Euro pro Kopf im Jahr 2008. Danach folgen Villach (1610) und Hermagor (1396). St. Veit ist sechster mit 1251 Euro.














