Freie Fahrt für die Innenstadtkunden
St. Veiter Kaufleute uneins über neues Parksystem. Gegner befürchten Wettbewerbsnachteile, Befürworter setzen auf Arbeitsplatzsicherung.

Foto © KuhsWalter Brunner vom Musikfachgeschäft ProMusic gehört zu denjenigen St. Veiter Kaufleuten, die die neue Parkregelung befürworten
Dauerparker sind das Hauptproblem in der Herzogstadt. Deshalb hat die St. Veiter Kaufmannschaft "Aktion 82" gemeinsam mit Bürgermeister Gerhard Mock ein neues Parksystem erarbeitet, das mit 1. Juli in Kraft treten soll. Ziel: Dauerparker in das Parkhaus bringen, damit die Kunden jederzeit Parkplätze finden. Die meisten Geschäftsleute sind mit der Neuerung zufrieden. Es gibt aber auch Gegenstimmen.
Die "Roten Zonen" in St. Veit werden bald "Blauen Kurzparkzonen" weichen. Statt zwei Stunden kann nur noch eine Stunde gratis geparkt werden. Das findet Friseur Reinfried Bein nicht gut: "Jetzt haben wir gegenüber dem Einkaufszentrum Interspar wieder Nachteile. Wenn jemand zum Friseur oder in die Tanzschule geht, dauert das meistens länger als eine Stunde. Das wird Kunden vertreiben", sagt Bein. Er ist aber auch dafür, dass Angestellte künftig im Parkhaus parken. "Die Dauerparker sind wirklich ein Problem. Man hätte zu den einzelnen Betrieben gehen müssen und die Angestellten auf das faire Angebot aufmerksam machen sollen, für 25 Euro im Monat im Parkhaus zu parken. Aber gleich die ,Zwei-Stunden-Gratis-Zone' abzuschaffen, war keine gute Idee ", so Bein.
Verbesserung
Der Großteil der St. Veiter Kaufleute ist für das neue "Parkraumbewirtschaftungssystem". "Ich bin dafür, dass Angestellte die Parkplätze den Kunden überlassen. Denn wenn die Kunden nicht mehr kommen wollen, sind die Arbeitsplätze auch in Gefahr. Unkompliziertes Parken ist ein wesentlicher Faktor für einen wirtschaftlich erfolgreichen Standort. Ich sehe im neuen System eine Verbesserung, nachdem die egoistischen Dauerparker anders nicht zur Einsicht zu bringen sind", sagt Walter Brunner von ProMusic. Mit dieser Meinung ist er nicht alleine. Auch Konrad Pfandl von der gleichnamigen Fleischerei ist froh, dass Parkplätze frei werden: "Das war die beste Idee, die die Stadt St. Veit in letzter Zeit hatte."
25 Euro im Monat wird ein Vollbeschäftigter für das Parken im Parkhaus zahlen. Wer Teilzeit arbeitet, zahlt weniger. Die Angestellten sind zufrieden mit dem Preis, zumal die wenigsten ihn selbst zahlen müssen. "Ich zahle für meine Angestellten selbstverständlich die anfallenden Parkkosten", sagt Herbert Reiner von Riki Reiner. So machen es auch Claudia Schöffmann und Fabian Röck vom Café Hahn: "Wir schießen 10 Euro im Monat dazu."
Wer nicht im Parkhaus parken will, muss künftig das Auto außerhalb der Blauen Zone abstellen: Das ist die Alternative zum Ankreuzen auf dem Antwortbogen der STIG, den Angestellte, die in der Innenstadt arbeiten, bis 4. Juni abgeben müssen.
Features
PARKRAUMBEWIRTSCHAFTUNGSSYSTEM NEU
Blaue Zone. Ab 1. Juli kann in der neuen Blauen Zone nur noch eine Stunde gratis geparkt werden. Maximal drei Stunden darf man in der Kurzparkzone stehen.
Alternative 1. Mitarbeiter von Innenstadtbetrieben wechseln zeitgerecht in eines der drei Parkhäuser. Die spezifische Zuteilung erfolgt durch die STIG für ein monatliches Entgelt von 25 Euro brutto pro Monat. Dieser Preis basiert auf einer Vollbeschäftigung. Bei einer Teilzeitbeschäftigung reduziert sich das Entgelt auf das prozentuelle Ausmaß der Teilzeitbeschäftigung. Bereits im Voraus bezahlte Entgelte für die Rote Zone werden gutgeschrieben. Achtung: Die Parkdauer in den Parkhäusern ist auf die tägliche Arbeitszeit inklusive Wegzeiten vom und zum Auto beschränkt.
Alternative 2. Es kommt zu einer Rückerstattung des zu viel im Vorhinein bezahlten Entgeltes für die Dauerparkkarte. Stattdessen benützt man die Gratis-Dauerparkplätze außerhalb der Blauen Kurzparkzone.














