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Zuletzt aktualisiert: 30.04.2010 um 23:31 UhrKommentare

"Es geht darum, dass wir alle besser leben"

Bürgermeister Gerhard Mock will "seine" Stadt für die Zukunft gerüstet sehen: Bessere Lebensqualität, Umwelt und Image, das verspricht er sich von dem Projekt "Sonnenstadt St. Veit".

I n das Projekt "Sonnenstadt" werden 6,4 Millionen Euro investiert. Wie wird die Stadt davon profitieren?

GERHARD MOCK: Es wird mehrere Effekte haben. Das Image der Stadt wird zum Beispiel besser, davon profitiert die Bevölkerung. Nur die Sonnenkollektoren alleine sind es ja nicht. Es geht auch darum, wie sich das Projekt entwickelt. Die Kelag wird hier auch Forschung und Entwicklung betreiben. Es geht um die Frage: Welche Photovoltaik-Module halten wie lange oder wie viel Strom erhält man? Und irgendwann sollte jeder St. Veiter sein eigenes Kraftwerk auf dem Dach haben. Außerdem ist das modernes Stadtmarketing. Die Stadt ist dadurch für die Zukunft gerüstet.

Wird sich das Stadtbild gravierend verändern?

MOCK: Wir werden probieren, die Pogatschniggasse zu verändern. Dort wollen wir zeigen, was mit solar betriebenem Licht alles möglich ist. Heuer planen wir das, nächstes Jahr setzen wir es um. Wir wollen dort auch mit Spiegeln versuchen, mehr Licht in die Gasse zu bringen. Das Gassl soll dann so sein, wie es mit der Technik aus der Zukunft aussehen könnte.

Wird sich die Stadt auch Elektroautos anschaffen?

MOCK: Wir haben jetzt zwei E-Mopeds gekauft. Das ist für kurze Wege in der Stadt. Wir werden aber auch selbstverständlich, wenn es serienmäßige Autos gibt, solche kaufen. Wir haben derzeit drei E-Tankstellen, 20 bis 30 sollen es werden.

Um energieautark zu werden, was bis 2020 das erklärte Ziel ist, braucht es aber mehr als dieses Kraftwerk. Wie will man das erreichen?

MOCK: Die andere Energie soll aus Zusatzanlagen kommen. Es wird möglich sein, vier bis fünf Megawatt anstelle unserer 1,5 Megawatt zu machen. Außerdem sollen die Einfamilienhäuser ausgestattet werden. Es wird vonseiten der Wirtschaft Angebote für die Bevölkerung der Stadt geben.

Wie viele Arbeitsplätze sollen bis 2020 geschaffen werden?

MOCK: Seriöserweise kann ich das noch nicht sagen. Die Kelag nimmt deswegen derzeit noch keine neuen Leute auf. Die Industrie wird aber profitieren. Jetzt ist der erste Schritt gemacht, die Kelag wird das sicherlich auch zu Marketing-Zwecken verwenden.

Die Stadt leistet Pionierarbeit in Sachen erneuerbare Energien. Glauben Sie, dass sich dieses Projekt auch auf Problemfelder der Stadt, wie die Hotels, positiv auswirken kann?

MOCK: Das haben wir im Hinterkopf. Wir brauchen neue Themen, um die Stadt in Position zu bringen. Damit auch Hoteliers und Gastronomen einen Nutzen haben. Ich will ja nicht, dass die Stadt einfach nur etwas Neues macht, es geht darum, dass wir alle besser leben. Das Projekt soll ein Prototyp sein.

Warum hat St. Veit das Projekt eigentlich bekommen, zumal die Stadt und Sie als Person mehr als Landeshauptmann Gerhard Dörfler davon profitieren, obwohl er mit zwei Millionen Euro den Löwenanteil dazuzahlt?

MOCK: Ich habe lange mit der Industrie darüber gesprochen. Es ist dann gelungen, alle auf einen Tisch zu holen und auch die Kelag zu überzeugen. Wir haben als Stadt St. Veit viel Arbeit damit gehabt.

ANDREAS KANATSCHNIG

SONNENSTADT ST. VEIT

Projekt. In St. Veit an der Glan entsteht in Kürze das größte Photovoltaik-Sonnenkraftwerk Österreichs. Es wird eine Leistung von 1,5 Megawatt haben.

Teilbereiche. Die Kelag errichtet das "Sonnenkraftwerk Innenstadt". Dabei werden an vier Standorten auf einer Fläche von insgesamt 3500 Quadratmetern Photovoltaikmodule angebracht. An der Schnellstraße S 37 bei Untermühlbach wird die SKW Sonnenkraftwerk GmbH 7399 Quadratmeter Photovoltaikmodule installieren. Die Stadtgemeinde errichtet in der Innenstadt Informationsstellen und Exponate. So wird es zum Beispiel auf dem Hauptplatz eine Informations- und Verkaufsstelle geben, wo sich die Menschen über alternative Energieformen informieren und Sonnenstadt-Artikel kaufen können.

Kosten. Die Kosten des Projektes belaufen sich insgesamt auf rund 6,4 Millionen Euro.

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