Fechtkunst auf Japanisch
Die Friesacherin Johanna Majcen nahm an den Europameisterschaften im Kendo teil, holte sich in ihrer Gruppe Platz zwei.
ST. VEIT. In der Vorwoche ging im ungarischen Debrecen die Europameisterschaften im Kendo, bekannt als japanischen Fechtkunst, über die Bühne. 35 Nationen nahmen daran teil. Darunter auch die Kärntnerin Johanna Majcen, die in ihrer Gruppe Zweite wurde.
"Ich bin zufrieden mit meinem Abschneiden in Ungarn. Kendo ist für mich nicht nur eine Sportart, es begleitet mich ständig im Lebensalltag hinsichtlich Bewegung, Höflichkeit, Respekt oder dem Umgang mit Menschen", sagt Majcen. Kendo ist aufgebaut auf Schnelligkeit und Technik und nicht auf Kampf. Ein Treffer mit dem ,Shinai', einer Schwertattrappe aus Bambus, muss exakt und vom Klang her schön sein, damit man einen Punkt bekommt", so Majcen, die im Alter von acht Jahren damit begonnen hat.
Es wird auf drei Punkte hin gespielt. Wer als Erster zwei Punkte hat, gewinnt, drei Punkterichter entscheiden darüber. Der Unterschied zum europäischen Fechten liegt in der Technik und in der Ausrüstung. Gekämpft wird mit Kopfschutz, Handschuhen, Hosenrock, Oberteil, Brustpanzer und bloßen Füßen. Es gibt keine elektronische Trefferzählung."Ein Kampf beginnt mit einer rituellen Begrüßung, dauert meistens fünf Minuten und wird mit viel Fairness abgehalten", sagt die junge Dame, die heuer maturiert und dann Medizin studieren möchte.
Die 18-Jährige Friesacherin hat Erfahrung bei Großveranstaltungen, nahm sie doch bei der EM 2008 in Helsinki teil, wo sie unter den besten 16 gekommen ist. Beim Donau-Cup erreichte sie Platz 3. Mehrere Stunden pro Woche trainiert Majcen, entweder im eigens dafür geschaffenen Raum im Elternhaus, in der Hak-Althofen, in der Volksschule Friesach oder bei europaweiten Seminaren und Trainingslagern, darunter auch in Wien. Sie gehört zum Kendo-Verein Friesach, dem kärntenweit zweiten neben Villach. Nähere Infos unter: www.renseikan-dojo.at. HARALD HIRSCHL
















