"Verstadtlichung" ist nicht die Zukunft
St. Veiter Politiker sagen "Nein" zur "Verstadt-lichung" der Betriebe: Gemeinde will sich so bald wie möglich als Betreiber von Kunst-Café, "Badwandl" und Tennis-Café zurückziehen.

Foto © Kanatschnig
Es sah schon so aus als würde die Stadtgemeinde St. Veit noch zum Großgastronomen mutieren. Doch davon ist keine Rede mehr. SPÖ-Bürgermeister Gerhard Mock will nicht nur für das Kunst-Café im Fuchspalast, sondern auch für das "Badwandl" im Hallenbad und auch für das Tennis-Café Kölnhof bald einen Betreiber finden. Derzeit betreibt die Stadt alle drei Betriebe selbst.
Also nichts mit "öffentlicher Hand", sondern "privat" heißt die Devise. "Als öffentliche Hand tun wir uns in der Gastronomie schwerer als private Betreiber", sagt Mock. Kurze Zeit war auch die Gemeinde als Betreiber für das "PrincS" im Gespräch. Das hat jetzt aber - nach dem Konkurs von knapp 500.000 Euro im vorigen Jahr - einen neuen Pächter: Klaus Dolleschall aus St. Jakob im Rosental wird das Restaurant als "Vitus" am 23. April aufsperren.
"Nicht die Gemeinde"
"Das Lokal wird sicher angenommen, wenn es nichts mit der Gemeinde zu tun hat. Ein Privater mit Herz ist besser als die Gemeinde", sagt ÖVP-Stadtrat Rudolf Egger. Ein anderes Problem spricht FPK-Stadtrat Herwig Kampl an: "Wir haben Musik im ,KingS', im ,Friends' und jetzt auch jede Woche in der Frühstückspension Fuchspalast. Die Konzerte dort zahlt natürlich die Stadtgemeinde." Darin sieht Kampl - aber nicht nur er - Probleme. Für den Fuchspalast hofft Bürgermeister Mock jedoch bald auf einen Pächter oder Käufer: "Sobald es einen gibt, wird es von uns abgestoßen."
Keine Interessenten
Im Restaurant "Badwandl" im Hallenbad gibt es leider noch keinen Interessenten. "Das müssen wir daher selber betreiben", sagt Bürgermeister Mock, der aber dafür schon zwei Bewerber für das Tennis-Café Kölnhof vorzuweisen hat. Die Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, wird erst gefällt. "Das Tennis-Café Kölnhof werden wir selbst noch bis Ende April betreiben, dann sperren Halle und Café zu. Wenn die Tennishalle im Herbst wieder aufsperrt, wird es auch einen neuen Betreiber geben", sagt Mock. Für Grün-Gemeinderat Klaus Knafl ist dabei klar, dass es sich um einen privaten Betreiber handeln muss.
"Es ist einfach nicht die Aufgabe der öffentlichen Hand, solche Betriebe zu führen. Im sozialen Bereich könnten wir Firmen gründen, ja, aber nicht im Gastronomiebereich." Die Aufgaben einer Gemeinde lägen, so Gemeinderat Knafl, im Versorgungsauftrag. "Kindergärten, Volksschulen, das sind zum Beispiel unsere Aufgaben. Beim Bund sollte der Versorgungsauftrag zum Beispiel auch Post und ÖBB einschließen", sagt Knafl. Dem Restaurant "PrincS" wünscht auch er viel Gutes, wie alle anderen Stadtpolitiker.
"Ich bin überzeugt, dass es jetzt funktionieren wird", sagt ÖVP-Stadtrat Rudolf Egger. BZÖ-Gemeinderätin Isabella König ist auch keine Freundin der "Verstadtlichung". "Nur nicht die Stadtgemeinde, wir haben schon genug am Hals", sagt sie.













