St. Veiter Frauen im politischen Abseits
Von 379 Mandataren im Bezirk sind nur 75 weiblich. Das sind 19,8 Prozent. Politikerinnen sind sich einig: Eine gesetzliche Frauenquote wird keine Abhilfe schaffen.

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In der Politik haben die Männer das Kommando! Wer dieser Meinung ist, dürfte nicht so falsch liegen. Ein Blick in die 20 Gemeinden des Bezirkes St. Veit untermauert diese Behauptung. Denn: Von den insgesamt 379 Mandataren in der aktuellen Legislaturperiode sind gerade einmal 75 weiblichen Geschlechts. Das sind 19,8 Prozent.
"Diese Zahl ist sicher ausbaufähig", sagt die St. Veiter ÖVP-Bezirksparteiobfrau Claudia Schöffmann. Und sie ist sich sicher: "Für Frauen gibt es keine Halbherzigkeiten. Wenn sie etwas in Angriff nehmen, dann machen sie das auch zu 100 Prozent." Das, sowie die Doppelbelastung mit Familie und Beruf, seien für sie die Hauptgründe, warum die Zahl der Frauen in politischen Ämtern so niedrig ist. Von einer gesetzlich festgelegten Frauenquote in den Gemeinderäten hält Schöffmann nichts: "Durch Druckausübung würde man nichts erreichen."
Die Frauen in der Politik im Vormarsch sieht die Bezirksobfrau der "Freiheitlichen in Kärnten", Landtagsabgeordnete Stadträtin Wilma Warmuth. In ihrer Bewegung sei die Zahl der Mandatarinnen innerhalb der vergangenen zehn Jahre von drei auf 35 angestiegen.
Mitgestaltung
"Der Wille zur Mitgestaltung steigt", sagt Warmuth und sie sieht auch bei den Männern Veränderungen: "Männer sind interessiert, wenn Frauen Ideen haben." Eine gesetzlich festgelegte Quotenregelung ist auch für Warmuth kein Thema. Sie vertraue darauf, dass "engagierte, kompetente Frauen ihren Platz finden".
"Eine Quotenregelung per Gesetz ist mir zu wenig. Die Verbohrtheit der Männer muss einmal enden", sagt die vor Kurzem wiedergewählte SPÖ-Bezirksfrauenvorsitzende Isolde Glanznig-Zimmermann. Sie ist der Ansicht, dass "Seilschaften unter Männern" noch immer sehr präsent sind. "Es gibt nur wenige Männer, die ehrlich Frauen in der Politik haben wollen", sagt Glanznig-Zimmermann. Schenkt man seinen Aussagen Glauben, so zählt der SPÖ-Bezirksparteiobmann Landtagsabgeordneter Klaus Köchl dazu. "Es ist ein angenehmes Arbeiten mit Frauen. Sie bringen auch andere Sichtweisen ein", sagt Köchl.
"Last but not least" darf ein genauerer Blick auf die Statistik doch nicht fehlen. Unter den 75 Mandatarinnen befinden sich vier Vizebürgermeisterinnen sowie eine Stadträtin. Die Gemeinden mit dem größten Frauenanteil sind St. Veit (8) gefolgt von Liebenfels und Metnitz (beide 6). Keine einzige Frau ist im Gemeinderat von Mölbling zu finden.
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Kommentar
"Frauenpolitik" im Bezirk Sankt Veit
Statistik. 379 Mandatare gibt es in der aktuellen Legislaturperiode im Bezirk St. Veit. Unter ihnen sind 75 Frauen. Das macht 19,8 Prozent.
Führungsposition. In den Gemeinden St. Veit, Guttaring, Kappel am Krappfeld und Klein St. Paul gibt es je eine Vizebürgermeisterin. In Althofen gibt es eine Stadträtin.
Nach Gemeinden. Die meisten Mandatarinnen gibt es in St. Veit (8) gefolgt von Liebenfels und Metnitz (beide 6). Schlusslichter: Gurk, Weitensfeld (beide 2), Deutsch-Griffen (1). Keine Frau ist im Mölblinger Gemeinderat vertreten. Nach dem Ausscheiden der einzigen Gemeinderätin konnte kein Ersatz gefunden werden.
Quelle. Verwaltungsportal Land Kärnten.










