Hagel plagt den Bezirk St. Veit
In weiten Teilen des Bezirkes St. Veit wüteten Unwetter: Hagel richtete mehr als 200.000 Euro Schaden an. Landwirte sind verzweifelt.

Foto © AP (Sujetbild)
Hagel im Metnitztal, starke Unwetter im Gurktal und Erdrutschungen und Vermurungen auf der B 93! Das ist die Bilanz der jüngsten Unwetter im Bezirk. Besonders schlimm hat es wieder einmal die Landwirtschaft getroffen: Nach dem Hagelschlag vom letzten Wochenende meldet nun die Österreichische Hagelversicherung horrende Schäden für die Landwirtschaft.
Saison hat erst begonnen. Das Unwetter richtete vor allem im Gurktal, in Althofen, Kappel am Krappfeld sowie in Meiselding, Klein St. Paul und Diex große Schäden an. "Obwohl die Gewitter-Saison gerade erst begonnen hat, entstand für die Landwirte der Region rund um das Krappfeld ein Schaden von 200.000 Euro", so Hubert Gernig, Landesleiter von Kärnten der Österreichischen Hagelversicherung. Insgesamt wurden in Kärnten durch den schweren Hagelschlag und die Sturmböen 2200 Hektar an landwirtschaftlichen Kulturen komplett zerstört.
Krappfeld stark betroffen. Schäden richteten die Unwetter vor allem an Ackerkulturen, Gemüse, Obst und Grünland an. Des Weiteren wurden durch die schweren Sturmböen Stromleitungen zerstört. Kappel am Krappfeld - die Kornkammer Kärntens - traf es hierbei ein weiteres Mal sehr schwer. Der Kappler Bürgermeister Martin Gruber musste durch die Unwetter einen Ausfall von 70 bis 100 Prozent bei seinen Maiskulturen erleiden. "Im Mai hatten wir noch nie so ein schweres Unwetter. Im Herbst müssen wir nun das Futter für unseren Mastschweinebetrieb zukaufen", klagt Gruber.
"Sturmland" St. Veit. Franz Stockinger vom meteorologischen Dienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Klagenfurt hat für das Phänomen der häufigen Hagelschläge und Unwetter in den Talschaften rund um Kappel am Krappfeld eine Erklärung parat: Eine große Rolle in der Hagelanfälligkeit einer Region spiele die Topologie, also die Struktur einer Landschaft.
Bedingungen. "Damit Hagel entsteht, müssen mindestens zwei Dinge vorhanden sein, nämlich feuchte Luft und hoch temperierte Oberflächen. Dadurch bilden sich Quellwolken, die schließlich vereisen", so Stockinger. Solche Luftströmungen, die Hagel ermöglichen, befinden sich vor allem über dem Krappfeld. "Diese Luft befindet sich in tieferen Schichten und das Krappfeld ist so eine Schicht", sagt Stockinger.












