Für sie kann es nicht schnell genug gehen
"Auffrisierte" Mopeds sind der Alltag auf den St. Veiter Straßen. Das zeigt sich bei der aktuellen Schwerpunktkontrolle der Exekutive. Die Kleine Zeitung war mit der Polizei auf Streife.

Foto © LerchbaumerBei Kontrollen der St. Veiter Exekutive werden viele Fahrer mit "frisierten" Mopeds erwischt
"Wenn die Maschin' nicht beißt, dann fragt man halt, was man tun kann", sagt der 16-Jährige, der nahe der Rennbahn angehalten wurde. Er macht kein Hehl daraus, dass seine Enduro "frisiert" ist. "Das Antriebskettenrad ist viel zu groß", weist Bezirksinspektor Rudolf Werner Ruhdorfer auf den Mangel hin. Er ist es, der an diesem Nachmittag gemeinsam mit Revierinspektor Wolfgang Nagele in Sachen Schwerpunktkontrolle "Einspurige Kraftfahrzeuge" in St. Veit unterwegs ist.
45 Stundenkilometer zu viel. Ein Test auf dem so genannten "Scooto-Rolltester" - einem Gerät, mit dem die zu erreichende Höchstgeschwindigkeit ermittelt wird - bringt es auch ans Tageslicht. Mit den angezeigten 54 Stundenkilometer (Anmerkung: Eine Abweichung von vier Stundenkilometer muss abgezogen werden) liegt er über der höchstzulässigen Geschwindigkeit von 45 Stundenkilometer. Die Folge: Der Jugendliche bekommt ein Bemängelungsverfahren.
Sechs Vergehen. Ein paar Straßen weiter die nächste Kontrolle. "Ich wurde am Freitag schon mal angehalten", sagt der 16-jährige Schüler kleinlaut. Ein Blick der Beamten in die Aufzeichnungen belegt allerdings das Gegenteil. Auch er muss zum Test. Das Ergebnis: 85 Stundenkilometer. Auspuffdrossel ausgebaut, keine originalen Antriebsräder und, und, und. Insgesamt sechs Vergehen werden festgestellt. Kennzeichen und Zulassungsschein werden sofort eingezogen, die Anzeige folgt.
Unerwartete Konsequenzen. Der nächste Mopedfahrer wird angehalten. Die Anzeige des Messgerätes steigt und steigt. Mit 95 Stundenkilometer wird der 16-jährige Lehrling zum "Spitzenreiter" im Bezirk. Ob die Eltern davon wissen, will Nagele wissen. "Mein Vater fährt selbst oft damit", lautet die Antwort. Auch der Lehrling muss Kennzeichen und Zulassungsschein abgeben. Situationen wie diese gehören zum Alltag der Beamten. "Die meisten Jugendlichen sind bei der Kontrolle gefasst, sie rechnen damit, dass sie erwischt werden. Die Konsequenzen sind ihnen allerdings nicht bewusst", sagt Ruhdorfer. Seit Beginn der "Aktion scharf" Anfang April wurden bereits zwölf Kennzeichen abgenommen, vier weitere bekamen eine Anzeige.
Mangelhafte Bekleidung. Jedes Jahr passieren schwere Unfälle. Nicht nur aufgrund überhöhter Geschwindigkeit: "Die Bekleidung ist oft mangelhaft", sagt der St. Veiter Polizei-Verkehrsreferent, Chefinspektor Gerhard Hebenstreit. Er appelliert sorgsamer zu sein. "Eine Jeans und eine Jacke mit Protektoren sind unerlässlich."
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95 Stundenkilometer statt der erlaubten 45 wurden gemessenFoto © Lerchbaumer
"Aktion Scharf"
Aktuell. Im Rahmen der polizei-lichen Schwerpunktkontrolle "Einspurige Kraftfahrzeuge", die im zweiten Quartal flächendeckend im gesamten Bezirk St. Veit an der Glan stattfindet, wurden seit 1. April 28 Lenker angehalten. Zwölf von ihnen mussten das Kennzeichen abgeben, vier weitere bekamen eine Anzeige.













