Als der Krapfenbäck Simerl den Napoleon ärgerte
Im Jahr 1809, als der Franzosenkaiser Kärnten überrannte, wurde Simon Kramer, besser bekannt als Krapfenbäck Simerl, zur Räuberlegende.

Foto © KanatschnigZur Zeit von Napoleon tummelten sich im Wolschart-Wald noch Räuber: Heute ist er sicher
Der Robin Hood Kärntens, wie der Krapfenbäck Simerl gern genannt wird, hatte mit der idealisierten Figur, die man aus allerlei Legenden kennt, nichts zu tun: Am 17. September 1809 starb Simerl als er von einem Wachebeamten des Landesgerichtes auf der Flucht angeschossen wurde. Auch die Franzosen, die damals unter Napoleon im Land waren, hatten es auf den Krapfenbäck abgesehen.
Steckbrief. "Schon in jungen Jahren hat er im elterlichen Gasthaus seines Vaters in St. Veit Diebe und Landstreicher kennen gelernt", sagt Martin Stermitz, Kurator der Ausstellung "Karambolage - Kärnten und der Franzosenkaiser", die im Landesmuseum Klagenfurt seit Kurzem geöffnet hat. Das Gasthaus war übrigens in der Bräuhäusgasse 19. In der Ausstellung findet der Krapfenbäck breiten Raum: Ein Steckbrief, das einzige von ihm überlieferte Bild, das auf der Außenmauer des Gasthauses auf der Wegschaden zu sehen ist, und mehr erinnern an den legendären Räuber. Wer war Simerl aber wirklich?
Kein Robin Hood. Simon Kramer war unter dem Vulgonamen Krapfenbacher oder Krapfenbäck Simerl oder Simale bekannt. "Geboren wurde er am 16. Jänner 1785 in der Gemeinde Maria Saal", sagt Stermitz, der weiß, dass der Simale nichts mit jener heldenhaften Robin-Hood-Gestalt zu tun hatte.
Raub und Mord. "Mit seiner Bande hat er ganz Mittelkärnten unsicher gemacht. Man geht von 35 Straftaten aus. Vor allem Einbrüche, aber auch Raub und Mord waren dabei", sagt Kurator Stermitz. Berühmtberüchtigter Treff der Räuber war der Wolschart-Wald. Und noch heute spricht man von den Wolschart-Räubern, die von 1806 bis 1809 als lose Gruppe immer wieder Überfälle verübten. Simerl, seine Geliebte Juliana Regenfelder und die anderen Räuber kamen dabei auch den napoleonischen Soldaten in die Quere, die ab Mai 1809 in Kärnten einmarschierten - übrigens zum dritten Mal unter Napoleon. Der Franzosenkaiser führte gegen die österreichische Monarchie Krieg. Ganz Oberkärnten wurde als Illyrische Provinz von Frankreich annektiert. Und in diesem historischen Kontext spielte sich auch die Geschichte des Krapfenbäcks ab: In einem teilweise besetzten und umkämpften Land sind Polizei und Gerichte teils ausgeschaltet. "Die Kommunalverwaltungen werden in Kriegszeiten oft lahm gelegt", sagt Stermitz. Räuberwesen war daher an der Tagesordnung.
Festung Wolschart. Mit seiner teilweise bis zu zehn Mann starken Räubertruppe versteckte er sich in seiner Naturfestung Wolschart-Wald. Der damals viel dichtere Wald war sein Rückzugsgebiet, seine Trutzburg gegen die Obrigkeit. Die Legenden-Bildung rund um die Wolschart-Räuber, wie das Gefahr anzeigende Messer des Krapfenbäcks, sind seitdem legendär. Per Steckbrief wurde der Krapfenbäck gesucht. Er konnte zwar oftmals festgenommen werden, doch gelang dem scheinbar unbezwingbaren Krapfenbäck immer wieder die Flucht.
Auffindungsprämie. Erst als er sich mit den Franzosen anlegte, nahte das Ende. Die französische Verwaltung erhöhte die Auffindungsprämie und Simale wurde gefasst. Am 17. September 1809 wurde Simon Kramer alias Krapfenbäck auf der Flucht erschossen. "Seine Leiche hat man mehrere Tage am Galgenbichl in Klagenfurt aufgehängt gehabt", sagt Stermitz. Zur Abschreckung, damit kein Räuber mehr versucht, sich mit der Obrigkeit anzulegen.
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Kurator Martin StermitzFoto © Kanatschnig
DER KRAPFENBÄCK
Herkunft. Geboren wurde Simon Kramer, besser bekannt unter dem Namen Krapfenbacher oder Krapfenbäck Simerl/ Simale, in der Gemeinde Maria Saal am 16. Jänner 1785.
Ende. Zwischen 1806 und 1809 verübte er mit seiner Räuberbande mehre Überfälle, er wurde am 17. September 1809 auf der Flucht erschossen.












