"Geld muss sauber sein"
Für russische Tibethotel-Investoren soll eine Rekordförderung von fast 14 Millionen Euro fließen. Die Landesregierung soll am Dienstag entscheiden.
Der Rubel stürzt ab, die Rohstoffmärkte brechen ein. Russischen Oligarchen, von Oleg Deripaska bis Roman Abramowitsch, fliegen Trümmer ihrer Milliarden-Reiche um die Ohren.
Tibet-Hotel. "Da denke ich mir nichts Gutes dabei", grübelt der Bürgermeister von Hüttenberg, Rudolf Schratter (SPÖ). Schließlich sollen russische Investoren sechs Millionen Euro für den Bau des Tibet-Hotels setzen, das die Rogner-Gruppe nicht geschafft hat. Schratter: "Ohne das Hotel haben wir aber im Tal die Katastrophe." "Das Geld der Russen muss da sein, und es muss sauber sein", sagt der Vorstand der Kärntner Tourismusholding (KTH), Friedrich Morri. Er soll aus dem Hypo-Zukunftsfonds der Landesholding 6,0 Millionen Euro für den Hotelbau geben - als Eigenkapital in Form einer Beteiligung. Morri kennt keinen Fall, wo das Land in seiner Fördergeschichte ein Hotel-Beteiligungskapital zurückbekommen hätte. Es ist als verlorener Zuschuss anzusehen.
Geld für Hotelbau. Damit nicht genug, öffnet auch der Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds den Geldhahn: 6,2 Millionen von KWF und AWS sollen für den Hotelbau fließen. "Die Millionen der Investoren habe ich noch nicht gesehen. Und wenn, müssen sie geprüft sein", sagt KWF-Vorstand Erhard Juritsch, dem in Hinblick auf das Förder-Augenmaß für die Kärntner Betriebe die hohe KTH-Beteiligung verwundert: "Bei anderen Projekten wird nicht so ein hohes Eigenkapital vom Land gesetzt. Da wird mit öffentlichem Geld Unternehmer gespielt." Die Gemeinde Hüttenberg will den Russen drei Hektar Baugrund verkaufen. 1,6 Millionen Euro sollen via Bedarfszuweisung fließen. Gesamtfördersumme für das Hotel, das einmal die Falkensteiner führen sollen: 13,8 Millionen Euro.
Regionalförderung. Finanzreferent Harald Dobernig sieht das als Regionalförderung und macht sich um die Finanzkraft der Russen "keine Sorgen. Die müssen das Geld bar oder per Bankgarantie bringen. Was sie in Russland machen, habe ich keine Ahnung." Dobernig will heute den Förderakt in die Regierungssitzung bringen. "Ich werde es nicht blockieren, aber genau prüfen lassen", betont ÖVP-Landesrat Josef Martinz. "Laut Karl-Heinz Petritz setzen die Russen doppelt soviel Kapital wie Rogner setzen wollte", sieht Martinz "einen Fortschritt". "Oleg und Vadim Kirillov und Yury Koropachinskiy haben ein Industrie-Imperium und eine Bank und bauen in Krasnodarsk einen ganzen Stadtteil" erzählt Petritz nur Gutes über die Russen. Klar. Die Russen haben Petritz und Willi Kollmann als Geschäftsführer der Tibet Hotel Gmbh eingesetzt, die sie mit ihrer in Schweden gemeldeten Aramis Finance AB gegründet haben. Mit einer Million Euro als Einlage. Ein realisiertes Hotel der Russen kennt selbst Petritz nicht: "Es gibt noch keines."













