Ein sonniges Leben auf dem anderen Ende dieser Welt
Janell Kopplhuber ist nach Australien ausgewandert. Der Lohn für die zurückgelegten Kilometer: 365 Tage Sommer im Jahr und sandige Strände, die jedem gehören.

Foto © KK/PrivatViel Platz ist an den westaustralischen Küsten - zum Autofahren, Baden und Surfen
Als Libert Kopplhuber (41) eines Abends von der Arbeit nach Hause kam, fragte er seine Frau Janell (39): "Willst du das, was du jetzt machst, die nächsten 25 Jahre machen?" Und Janell dachte nach und antwortete: "Nein, das möchte ich nicht." - Zwei Jahre nach diesem Gespräch verließen Libert und Janell mit ihren drei Söhnen Lucas (15), Christoph (12) und Eric (10), die in St. Veit geboren sind, ihre Heimat und zogen von Klein St. Veit nach Geraldton in Westaustralien. Seit November 2008 lebt die Familie jetzt an einem Ort, an dem 365 Tage im Jahr Sommer ist und die Strände jedem gehören.
Sehr junges Land. "Westaustralien ist ein sehr junges Land. Hier lässt sich leichter etwas machen", erklärt Janell. Als gelernter Zimmermann ist Libert in einem Land, in dem ein akuter Mangel an Handwerkern herrscht, sehr gefragt, während Janell als Journalistin glänzen kann. Schließlich ist sie Kanadierin. Dort fand sie auch Libert, der in Bad Hall in Oberösterreich geboren wurde, aber mit sieben Jahren mit seiner Familie nach Kanada auswanderte.
Genügend Erfahrung. Reiseerfahrung können sie beide zur Genüge vorweisen. Janell: "Wir lebten in Kanada, haben in Japan gearbeitet, sind durch Südostasien gereist und haben uns eigentlich nur durch Zufall in Österreich niedergelassen." Aus einem Kurzbesuch in Kärnten wurden dann aber "aus Liebe für die Berge" 16 Jahre. Nur die drei Söhne hatten ursprünglich keine große Freude mit den Auswanderungs-Plänen ihrer Eltern. Nach einem Kurzurlaub der Eltern in der zukünftigen Heimat haben sie sich laut Janell aber mit der Idee angefreundet. Sie alle lieben die Freiheit in ihrer Wahlheimat und die Tatsache, dass die Strände niemanden gehören: "Wir brauchen nie mehr um einen Liegeplatz kämpfen wie in Kroatien oder Italien." An Klein St. Veit vermissen die fünf einiges aber trotzdem: "Wir vermissen auf jeden Fall unsere Freunde", sagt Janell. Und Weihnachten werden sie wohl neu erfinden müssen: "Die Traditionen wie die Kindermette, den Glühwein, das Eisstockschießen, die Kekse und ein echter Christbaum passen hier nicht."
Tipps für Auswanderer. Was auf jeden Fall gepasst hat, war die zweijährige Vorbereitung auf Australien. Janell's Tipps für künftige Auswanderer: "Erstens: Sprache! Man kann nicht erwarten einen Job zu finden, wenn man die Sprache nicht spricht. Zweitens: Auswandern ist keine Antwort auf Arbeitslosigkeit. Drittens: Falls dein Partner sich nicht dafür begeistern kann, auszuwandern, lass es lieber. Viertens: Flexibilität: Im Ausland ist man nicht mehr in Österreich."
Man weiß ja nie. Ganz abschließen will die Familie das Kapitel Kärnten übrigens nicht. Janell: "Bevor wir Klein St. Veit verlassen haben, haben wir ein Grundstück neben unserem Ex-Haus gekauft - man weiß ja nie, was die Zukunft bereithält!"













