Burgenbau in Friesach wird mit Gründungsurkunde besiegelt
Der Nachbau einer mittelaterlichen Burg in Friesach soll Besucher nach Kärnten locken. Feierliche Besiegelung der Gründungsurkunde am Samstag beim 12. Spectaculum in Friesach.
Seit nunmehr zwölf Jahren lebt in der Kärntner Burgenstadt Friesach an einem Abend im Jahr im Rahmen des "Spectaculum" das Mittelalter - so wie es gewesen sein könnte - wieder auf. Heuer steht das Fest (Samstag, 26. Juli) im Zeichen des Baubeginns einer Burg, die in den nächsten Jahrzehnten originalgetreu, und zwar mit Methoden wie vor vielen hundert Jahren, entstehen wird. "Stadtfürst", Bürgermeister Max Koschitz (S), und "Landesfürst", Landeshauptmann Jörg Haider (B), werden am Samstag stilgerecht eine in lateinischer Sprache und auf Pergament geschriebene Gründungsurkunde besiegeln.
"Authentisches Handwerk".
"Wir wollen authentisches Handwerk auf die Baustelle bringen", erklärte Projektleiterin Renate Jernej. Alte Handwerkskultur soll wiederbelebt werden. "Wir werden etwa mit Hilfe der Geometrie und Arithmetik experimentieren", meinte Jernej. Die erst im 19. Jahrhundert aufgekommene Statik soll auf der Mittelalter-Baustelle keine Rolle spielen. Schmiede, Steinmetze und Zimmerer werden ebenfalls mit alten Techniken arbeiten.
"Kein Historyland".
Im Laufe der kommenden 30 Jahre soll auf der authentischen Baustelle - die laut Jernej "keinesfalls ein Historyland" sein wird - eine "staufische Höhenburg" mit Bergfried, Wohnhaus, Stallungen, Wirtschaftsgebäude und Kapelle entstehen. Bis 2015 stehen vorerst 6,7 Millionen Euro zur Verfügung. Ein vergleichbares Projekt wird derzeit in Guedelon in Burgund in Frankreich verwirklicht. Dort arbeiten seit 1997 an rund 50 Menschen an der Errichtung einer normannischen Burg. Jährlich kommen rund 240.000 Besucher auf die Baustelle.
Beteiligte.
Neben dem Land Kärnten und der Stadt Friesach sind die Alpen Adria Universität Klagenfurt, das AMS Kärnten und die Landesinnung Bau an dem Projekt beteiligt. Das Institut für Geschichte der Uni sorgt für die wissenschaftliche Begleitung, das AMS steuert Hilfskräfte bei und die Innung soll für das notige Fachwissen sorgen.
Touristischer Impuls.
"Wir können zu einem Kompetenzzentrum für altes Wissen und Restaurierung in Mitteleuropa werden", meinte Jernej. Die Stadtväter hoffen natürlich auf einen entsprechenden langfristigen touristischen Impuls für die gesamte Region. Die ersten Vorbereitungsarbeiten sollen noch im Herbst über die Bühne gehen. Eine Errichtungs- und eine Vermarktungsgesellschaft sind gegründet, die Umwidmung des vorgesehen Grundstückes ist bereits vom Gemeinderat abgesegnet.
Features
Langzeitprojekt
Baubeginn ist im Herbst 2008. Das Areal südlich von Friesach im Ausmaß von rund 6,5 Hektar soll von März bis Oktober zugänglich sein.














