Kärnten punktet bei Italo-Firmen
Kärnten-Präsentation in Friaul stieß auf enormes Interesse italienischer Investoren.
Über die steile, zypressengesäumte Auffahrt zum Schloss Susans bei Majano in Friaul pilgerten Mittwoch Abend über 200 italienische Manager, Unternehmer, Investoren. Ihr erklärtes Ziel: Einer Präsentation über den Wirtschaftsstandort Kärnten zu lauschen.
Eingangstor Kärnten. Kärnten als südliches Eingangstor nach Österreich ist in Zeiten der politischen Unsicherheit, als Firmenstandort für italienische Firmen zunehmend interessant geworden. Danieli aus Buttrio wird in den nächsten 14 Tagen die Produktion am Standort Völkermarkt aufnehmen, Europlast hat sich im Drautal angesiedelt und demnächst soll eine Glasproduktion für Solaranlagen am Industriepark St. Veit andocken. Von 2006 auf 2007 ist die Zahl italienischer Ansiedlungen in Österreich um 30 Prozent gestiegen. "In Kärnten kommen 34 Prozent der ansiedlungswilligen Firmen aus Italien", ergänzte Sabrina Schütz, Chefin der Kärntner Ansiedlungsgesellschaft (EAK).
Attraktive Steuern. "Kärnten ist als Ansiedlungsland gegenüber Tirol für Italiener wesentlich attraktiver geworden", bestätigt Rene Sigl von der Bundes-Ansiedlungsgesellschaft. Die bessere Verfügbarkeit von Facharbeitern und geringere Grundstückspreise seien nur einige Gründe. Besonders attraktiv für Italiener ist das "Steuerparadies Österreich". Bei der Präsentation hob der bilinguale Experte für das italienische und österreichische Steuerwesen, Steuerberater Herbert Tiefling die günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen für Italiener in Österreich hervor. Neben dem 25 prozentige Körperschaftssteuersatz (in Italien rund 30 Prozent) für Kapitalgesellschaften und die noch günstigere Gruppenbesteuerung sind für die ansiedlungswilligen italienischen Investoren vor allem die klare rechtliche Situation ausschlaggebend. "Obwohl die Steuersätze in Tschechien und der Slowakei niedriger sind, punktet Österreich mit Reputation und Verlässlichkeit als Brückenkopf für den Osten." betont Tiefling.
Applaus. Spontanen Szenenapplaus erhielt der Europa-Chef der Firma Danieli, Marco di Giacomo, als er schilderte, wie schnell das Genehmigungsverfahren am Standort Völkermarkt über die Bühne ging. Die vergleichsweise rasch arbeitende Bürokratie in Kärnten ist für Italiener unvorstellbar. "Wir bemühen uns, den Amtsschimmel im Stall zu lassen", betonte Landeshauptmann Jörg Haider, der direkt von Rom in Susans gelandet war. Mit kurzen Behördenwegen, einer modernen Infrastruktur, guter Fachkräfteausbildung und geringeren Energiekosten als in Italien, spielte Haider die Trümpfe Kärntens für ansiedlungswillige Firmen aus.














