In OsttirolJagd auf das "Ungeheuer von Tirol" wird verfilmt

Tiroler Kriminalfall Guido Zingerle wird verfilmt. Teile des Independent-Films werden in Innervillgraten aufgenommen. Komparsen für den Filmdreh gesucht.

Das Filmteam „Zingerle“ dreht im Innervillgrater Bergdorf Kamelisenalm © KK/ZINGERLE
 

Das „Ungeheuer von Tirol“ ist zurück: Der Vinschgauer Guido Zingerle hat Ende der 1940er-Jahre zwei Frauen getötet und weitere drei Frauen vergewaltigt. Die Opfer hat er für die Morde in selbst erbaute Höhlen in den Tiroler Bergen verschleppt, ehe er im Sommer 1950 nach fünf Wochen Flucht auf einer Almhütte in Südtirol gefasst wurde.

Junge Filmschaffende der Fachhochschule Salzburg haben sich mit der Geschichte befasst. Was als kleineres Abschlussprojekt gedacht war, wird jetzt zu einer non-profit Independent-Produktion. Das Konzept der Studenten überzeugte – und so konnte man größere Namen des österreichischen Films für das Projekt gewinnen. Roland Silbernagl wird Guido Zingerle spielen. Der Tiroler war unter anderem im Tatort Köln und bei Soko Kitzbühel zu sehen.

Die Komparsen sollten bäuerliche Kleidung aus den 1950er-Jahren zum Casting im Mai mitbringen Foto © KK/ZINGERLE
Gedreht wird heuer – in Österreich und Südtirol. Im vergangenen Sommer fuhr das Filmteam durch ganz Tirol und besichtigte Bergdörfer, die sich als Drehort eignen könnten. Unter anderem war man im Alpbachtal und im Zillertal unterwegs. Angeschaut hat sich die Produktionsmannschaft auch die Schildalm in den Hohen Tauern und die Kamelisenalm in Innervillgraten. Das idyllische Almdorf in den Villgrater Bergen machte schließlich das Rennen. „Es ist ein Schmuckkästchen“, sagt Produzentin Gudrun Weglehner-Auböck. Gedreht wird im September 2017 – drei Tage lang.

Die Kamelisenalm ist ein Schmuckkästchen. 

Gudrun Weglehner-Auböck
Für die Drehtage in Innervillgraten ist das Filmteam jetzt auf der Suche nach Komparsen. „Wir suchen 20 bis 30 Personen, welche die Bewohner in diesem Dorf spielen“, sagt Weglehner-Auböck. Die Komparsen spielen Bergbauern im alltäglichen Leben in den 1950er-Jahren. Die Handlung, welche auf der Kamerlisen-Alm gedreht wird:  Guido Zingerle wird von fünf Carabinieri am Berg gefangen genommen und gefesselt durch das Dorf ins Tal geführt. Die Dorfbewohner sind zunächst erstaunt, als die Gruppe durchs Dorf geht und reagieren dann wütend und erleichtert, dass der Mörder gefasst wurde. Gedreht wird unter anderem auch in der Nacht.

Foto © KK/ZINGERLE

Das Casting für die Komparsen findet am Samstag, 13. Mai, im Innervillgrater Pfarrsaal statt. Die Kandidaten sollten bereits in bäuerlicher Kleidung zur Vorstellung kommen.

Aufgenommen wird der Film über den Frauenmörder im Tiroler Dialekt. Läuft alles nacht Plan, ist er im Frühjahr 2018 fertig. Dass es sich beim Filmprojekt unter der Regie von Eric Marcus Weglehner um ein durchaus engagiertes Vorhaben handelt, unterstreicht auch der Tiroler Schauspieler Gregor Bloéb: „Nach Durchsicht des Drehbuchs war ich ganz offen gesagt ziemlich überrascht. Überrascht, ein so spannendes und ausgereiftes Projekt von jungen Filmschaffenden vorgelegt zu bekommen.“

Foto © KK/ZINGERLE

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