Bezirks- und Gemeindesuche
"Dass aus Bröseln nicht Stolpersteine werden"
Bundespräsident Heinz Fischer lobte am Montag bei seinem Kärntentag den Ortstafelkompromiss. Zweifel an der Lösung hat er keine, "Brösel" auf dem Weg gebe es aber noch.

Foto © Eggenberger
So einen Tag wie Montag hat sich Bundespräsident Heinz Fischer seit "sehr sehr langer Zeit gewünscht". Denn seit 1971, als er zum ersten Mal ins Parlament gewählt wurde, beschäftige ihn die Ortstafelfrage. Am Montag bei seinem Kärntentag, beim 100-Jahr-Jubiläum der Volksschule Arnoldstein, beim Besuch in Globasnitz/Globasnica und am Abend bei der Eröffnung der slowenischen Kulturwoche zeigte er sich über die Ortstafellösung hörbar erleichtert.
"Es ist ein Glücksgefühl, dass die Wünsche, die man hat und die Energien, die man investiert, nicht vergeblich sind." Es sei "ein guter Kompromiss gefunden worden, mit dem alle leben können. Es steckt Vernunft, Fairness und Zukunft dahinter", zollte er Landeshauptmann Gerhard Dörfler, den Parteien, Volksgruppenvertretern und Bürgermeistern Lob. Das wurde Montag in auffallender Dichte hin und her gereicht. Mit Blick auf den noch notwendigen Beschluss im Parlament hat der Bundespräsident "keine Zweifel", dass es zur Lösung kommt. Wobei "die Brösel, die jetzt noch auf dem Weg liegen, nicht zu größeren Stolpersteinen werden sollen". Die von der FPK geplante Volksbefragung via Briefwahl sprach Fischer nicht dezidiert an. Zu Interviews darüber war er am Montag nicht bereit.
Buch des Streitens
Kärnten habe sich "zum Vorteil verändert", lobte der Bundespräsident am Nachmittag in Globasnitz bei der Eröffnung der internationalen Dialogkonferenz über "Mehrsprachigkeit als Wettbewerbsvorteil". Veranstalter war die Initiative "Patenschaft für Mehrsprachigkeit" mit den Initiatoren Bernard Sadovnik und Willibald Liberda. Globasnitz/Globasnica hat seit den 80er-Jahren zweisprachige Ortstafeln, Slowenisch und Deutsch "trennen hier nicht, sondern verbinden", strich Bürgermeister Wolfgang Wölbl (SPÖ) hervor. Auch Sadovnik betonte als Gemeindebürger, wie sehr die Zweisprachigkeit Vorteil ist, "eine Chance im globalen Wettbewerb".
"Allen, die sich vor einer Ortstafellösung fürchten, sei empfohlen, nach Globasnitz zu fahren, um zu sehen, wie es funktioniert", sagte Dörfler. Mit der Ortstafellösung sei das "Buch des Streitens geschlossen. Das neue Buch heißt Miteinander, Senza Confini, Alpe Adria".
Von Wien aus kritisierte am Montag der ehemalige Präsident des Verfassungsgerichtshofes Karl Korinek die FPK-geplante Befragung via Briefwahl. Das sei "rechtlich problematisch".














