Bezirks- und Gemeindesuche
Duell um ÖVP-Chefsessel
554 Delegierte haben die Wahl zwischen Martinz und Auer. "profil" berichtet, dass Birnbacher-Millionen in die Parteikasse geflossen sein sollen.

Foto © PhinoErstmals seit 1986 gibt es auf einem ÖVP-Parteitag wieder eine Kampfabstimmung: Klaus Auer (rechts) tritt gegen Parteichef Josef Martinz an
Knapper ging's nimmer! Mit 50,99 Prozent machte Harald Scheucher das Rennen um die ÖVP-Obmannschaft. Auf seinen Kontrahenten Kurt Ertl entfielen 49,01 Prozent der Delegiertenstimmen. Am 22. Februar 1986 gab es das letzte Mal auf einem ÖVP-Parteitag eine Kampfabstimmung. Am Samstag ist es wieder so weit. In der Messehalle 2 in Klagenfurt geht ab 10 Uhr der Landesparteitag der Kärntner Volkspartei über die Bühne, bei dem die Delegierten die Wahl haben: Parteichef Josef Martinz hat mit dem früheren Nationalratsabgeordneten Klaus Auer einen Gegenkandidaten bekommen.
Die 554 stimmberechtigten Delegierten bekommen einen Stimmzettel, wo sie entweder Martinz oder Auer ankreuzen können. Hat keiner der beiden das Vertrauen eines Delegierten und er kreuzt keinen an, ist der Stimmzettel ungültig, fällt bei der Abrechnung der Prozentsätze also nicht ins Gewicht. An Gästen haben sich 550 von den eingeladenen über 20.000 Parteimitgliedern angemeldet.
Martinz ist wegen der Causa Hypo und seinem Festhalten an der Koalition mit der FPK in die parteiinterne Kritik geraten. Am Freitag wartete das "profil" mit einem Bericht auf, wonach das Birnbacher-Honorar zum Teil als illegale Parteienfinanzierung an die Kärntner ÖVP geflossen ist. Dietrich Birnbacher, der private Steuerberater von Martinz, hatte für einen sechsseitigen Bericht zum Hypo-Verkauf sechs Millionen Euro Honorar bekommen. "profil" beruft sich auf einen Zeugen aus der Landesregierung, der bereit sei, die Behauptungen vor Gericht zu bestätigen. Martinz wies die Vorwürfe zurück und sprach von einer "lächerlichen Politstrategie vor dem Parteitag". Der Verdacht der Parteienfinanzierung sei mehrmals geprüft worden, der ÖVP sei immer "eine weiße Weste" bestätigt worden. "Offensichtlich werden wir für die politischen Mitbewerber unbequem", meinte ÖVP-Landesparteisekretär Achill Rumpold . Er vermutet den anonymen Zeugen in den Reihen von FPK oder BZÖ. Denn laut "profil" hat nur die ÖVP kassiert und nicht die Partei Jörg Haiders .
Aus einem ganz anderen Grund hegen die Grünen Groll gegen Martinz. Auf 13 Fragen zum Thema Tibet-Hotel in Hüttenberg antwortete Martinz, dass er nicht zuständig sei. Weder als Wirtschafts-, Gemeinde- oder Tourismusreferent. Dass sich auch die Tourismusholding an dem zweifelhaften Projekt beteiligen wollte, kümmert Martinz nicht - "aus meinen Töpfen gab es nichts".













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