Spittal

Krankenhaus informierte Bürgermeister im Bezirk

Über mögliche Auswirkungen des "Regionalen Strukturplans Gesundheit" auf die medizinische Versorgung im Bezirk diskutierten die Leiter des Krankenhauses Spittal und Gesundheitsreferentin Beate Prettner.

Siegfried Arztmann, Andrea Samonigg-Mahrer, Gerald Bruckmann, Beate Prettner und Evelyn Staber © (c) Rie-Press Pressefoto
 

Den Bürgermeistern des Bezirks Spittal ist die medizinische Versorgung ein großes Anliegen. Das zeigte ihr zahlreiches Erscheinen zu der von der Spittaler Krankenhaus-Leitung initiierten Informationsveranstaltung am Donnerstagabend. Verwaltungsdirektorin Andrea Samonigg-Mahrer und der ärztliche Leiter, Gerald Bruckmann, zeigten auf, welche Auswirkungen der „Regionale Strukturplan Gesundheit“ (RSG) auf die Gesundheitsversorgung in Oberkärnten hat.

Abgesehen vom geplanten Bettenabbau von derzeit 239 auf 210, kämpft das Krankenhaus auch mit der Angleichung der Ärztegehälter an jene der Kabeg-Ärzte. Diese schlagen sich jährlich mit rund 800.000 Euro zu Buche, daher sieht sich das Spital zu einem Investitionsstopp gezwungen. Eine gute Nachricht brachte Landeshauptmann-Stellvertreterin, Gesundheitsreferentin Beate Prettner vorweg: „Die Geburtenstation in Spittal ist nicht gefährdet." Es bedarf noch einer Ausnahmeregelung, wonach die Geburtenabteilung auch mit 20 Betten Abteilungsstatus bekommt. Nötig wären für eine eigenständige Abteilung laut Österreichischem Strukturplan 25 Betten. Gerüchten, wonach das Krankenhaus gefährdet sei, es zu einem Personalabbau kommen würde und die Ambulanz zugesperrt werden könnte, hielt sie stichhaltige Argumente entgegen, die das Gegenteil belegen.

Knapp 25.000 Unterschriften sammelte bisher, die von Heidrun Konrad und Evelyn Staber gegründete Initiative „Pro Krankenhaus Spittal“ gegen den Abbau von Betten. „Das zeigt, dass die Gesundheit die Oberkärntner berührt, aber die derzeitige Situation zwingt uns, langfristig zu planen. Der Strukturplan verfolgt nicht primär finanzielle Einsparungen, sondern eine bestmögliche medizinische Versorgung an die Anforderungen der Zukunft angepasst“, betonte Prettner. Nicht die Anzahl der Betten sei laut Prettner Ausdruck einer medizinischen Leistung. Es werde künftig mehr tagesklinische Aufnahmen geben, in Dellach/Drau und Obervellach werden medizinische Erstversorgungszentren installiert und es wird ein mobilies Palliativteam geben.

Ärztenachwuchs-Mangel befürchtet

Die medizinische Versorgung betrifft laut Bruckmann nicht nur das Krankenhaus, sondern auch die Ausdünnung im Bereich der niedergelassenen Ärzte: „An den Wochenenden und ab 13 Uhr gibt es keine hausärztliche Bereitschaft mehr. Die Patienten kommen ins Krankenhaus oder alarmieren den Notarzt“, erläuterte Bruckmann. Er befürchtet einen Ärztenachwuchsmangel, weil das Krankenhaus Spittal nicht mehr so viele Ärzte ausbilden kann. Samonigg-Mahrer betonte, dass das Krankenhaus das effizienteste in Kärnten sei. „Bei uns werden die Patienten um 40 Prozent günstiger behandelt, als in anderen Häusern.“ Man sei laut Samonigg-Mahrer mit den derzeit 460 Mitarbeitern bereits am Limit, ein Personalabbau sei undenkbar. „Wir zeigen mit dieser Diskussion auf, dass die Grenzen bereits ausgereizt sind und wir die Rahmenbedingungen heute ändern müssen, um langfristig planen zu können“, sagte Samonigg-Mahrer.

 

Spittal: Krankenhaus Spittal informiert

Andrea Samonigg-Mahrer, Verwaltungsdirektorin des Krankenhaus Spittal, und Landeshauptmann-Stellvertreterin Beate Prettner informierten die Bürgermeister des Bezirkes über den "Regionalen Strukturplan Gesundheit".

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Zahlreiche Bürgermeister aus allen Tälern des Bezirkes folgten der Einladung.

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Die Bürgermeister wurden über den geplanten Abbau von 239 auf 210 Betten informiert.

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Siegfried Arztmann, Wirtschaftskammerobmann des Bezirks Spittal, stellte Umfrageergebnisse vor, die belegen, dass knapp 90 Prozent der Befragten, den Erhalt des gegenwärtigen Leistungsangebotes als unbedingt notwendig ansehen. Prettner: „Das Krankenhaus Spittal ist bereits jenes, das in Kärnten bevorzugt behandelt wird. Kein anderes privates Krankenhaus bekommt diese Unterstützung.“ Das Spital nimmt insofern einen Sonderstaus ein, als dass es ein privates Krankenhaus mit öffentlichem Versorgungsauftrag ist. Die Abgangsdeckung wird zu 100 Prozent und der Betrieb des Hauses wird zu 90 Prozent vom Land finanziert. Bis auf die Krankenhäuser Spittal und Friesach haben alle den RSG unterschrieben. Prettner ist überzeugt, dass es auch mit Spittal einen positiven Abschluss geben wird.

MARTINA PIRKER

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Gesundheitsreform
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4
Lesenswert?

100% Abgangsdeckung durch das Land !!!

Ist die Bezeichnung Privatkrankenaus überhaupt gerechtfertigt?

Antworten

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