Kötschach-Mauthen

Neue Ideen und Diskussionen um die Verkehrslösung im Gailtal

Grübeln, wie es weiter geht: Rettungsversuche, Parkplatzprobleme und vor allem das neue „Öffentlicher-Verkehr“- Konzept, das die Bürger mitgestalten sollen, stehen auf dem Plan.

Johannes Lenzhofer, Christian Kern (ÖBB), Walter Hartlieb und Hermann Jantschgi © kk/privat
 

Große Diskussionen gibt es weiterhin rund um die Einstellung der Gailtalbahn. Landesrat Rolf Holub wird von den politischen Vertretern der betroffenen Gebiet stark angegriffen. Die „plötzliche Einstellung ohne Vorwarnung“ kritisieren nun auch die ÖVP-Funktionäre Hermagors, Vizebürgermeister Leopold Astner, Dellachs Bürgermeister Johannes Lenzhofer und Vizebürgermeister Christoph Zebedin aus Kötschach-Mauthen.

„Die Einstellung der Strecke war bekannt, ebenso, dass die ÖBB im Jahr 2020, mit dem Auslaufen des Vertrages, diesen Streckenabschnitt nicht mehr berücksichtigt haben“, sagt Holub. Die Verhandlungen seien vorerst intern abgewickelt worden, die gesicherte Inhalte aber unverzüglich zu den Gemeindevertretern weitergeleitet.
„Das Kärnten Paket ist eine Chance zu sehr guten Bedingungen eine Gailtal-Gesamtlösung zustande zu bringen. Im Februar wird es Veranstaltungen in den Gemeinden geben. Mir ist eine intensive Einbindung der Bevölkerung von äußerster Wichtigkeit“, sagt Holub. Eine Rohfassung der Buslösungen ab 2017 liege bereits vor. „Eines kann ich versprechen: Die Situation des öffentlichen Verkehrs wird sich verbessern“, ist Holub überzeugt.

Veranstaltungen

Landesrat Rolf Holub und sein Team informieren in jeder betroffenen Gemeinde zum neuen öffentlichen Verkehrskonzept.

Programm. Der derzeitige Konzeptentwurf zum öffentlichen Verkehr im Gailtal wird präsentiert. Jeder Gemeindebürger soll aber die Chance zur Mitgestaltung am endgültigen Konzeptes bekommen. Holub erhofft sich eine große Beteiligung und vor allem die Einbringung aller Bedenken und Wünsche der Anrainer.

Dellach/Gail. Montag, 15. Februar, 18 Uhr, Kultursaal Dellach.

Kirchbach. Montag, 22. Februar, 20 Uhr, Gemeindeamt Kirchbach.

Kötschach-Mauthen. Dienstag, 23. Februar,
18 Uhr, Rathaus Kötschach-Mauthen.


Termin mit ÖBB

Das sieht das betroffene Bürgermeister-Trio Walter Hartlieb aus Kötschach-Mauthen, Johannes Lenzhofer, aus Dellach/Gail und Hermann Jantschgi aus Kirchbach anders: „Im Gegenteil, die Einstellung der Bahn wird sich negativ für die Bevölkerung des Oberen Gail- und Lesachtales auswirken. Ein Nährboden für die Abwanderung. Die wirtschaftliche Entwicklung in unserer Region, ist jetzt schon sehr problematisch.“

Sie haben derweilen einen Termin bei ÖBB-Vorstandschef Christian Kern wahrgenommen und mit ihm über die Einstellung der Gailtalbahn ab Hermagor und die Gedanken dahinter diskutiert. Ihr Resümee ist verwunderlich: Kern habe bestätigt, dass die Vorgangsweise des Landes Kärnten nicht nachvollziehbar und von Unkenntnis der tatsächlichen Gegebenheiten geprägt sei, so die Bürgermeister in einer Aussendung. Weiter: „Zwar steht ein umfangreiches Buskonzept angeblich bereits vor der Finalisierung, dieses wurde aber ohne professionellen Verkehrsplaner erstellt. Die langfristigen Folgen der Ausdünnung des öffentlichen Verkehrs sind gänzlich ohne Lösungsansatz.“

Große Bedenken

Mit dem geplanten Busangebot in Kombination mit der S4 S-Bahn nach Hermagor erwarten sich alle Verantwortlichen eine Steigerung der Fahrgastzahlen. „Doch wo werden die Bahnkunden und Pendler parken?“ werfen der Obmann der Wirtschaftskammer (WK) Hannes Kandolf und WK-Bezirksstellen Werner Plasounig ein. Schon jetzt würden Kundenparkflächen von Dauerparkern besetzt. „Noch wird das von Geschäftsbesitzern geduldet“, so Kandolf und Plasounig, die sich ein klares Parkplatzkonzept für die Wulfeniastadt wünschen.

Werner Plasounig und Hannes Kandolf befürchten ein Parkchaos Foto © Lux

Bürgermeister Siegfried Ronacher sieht keinen Handlungsbedarf: „Parken in Hermagor ist doch wunderbar! Es gibt 1400 Gratis-Parkplätze.“ Bezüglich der geplanten Park+Ride-Fläche ist er davon überzeugt, dass die von den ÖBB zugewiesene Fläche ausreicht. „Die Güterrampe wird verlegt. So entstehen auf der zur Stadt zugewandten Seite genügend Pendlerparkplätze.“

CLAUDIA LUX

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Danke für Ihr Verständnis.

Himmelherrgott
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Der Busverkehr wird eine Gefahr für unsere Kinder. Wo kann man im oberen Gailtal gefahrenlos die Straße queren? Es gibt keine Zebrastreifen! Postran, Jenig, Waidegg, Gundersheim, St. Daniel usw. sind nur einige Beispiele, wo unsere Kinder die Straße queren müssen. Herr Holub, wenn was passiert, sind auch Sie indirekt Schuld!

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vorratsdatenspeicherung1
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Ein Nährboden für die Abwanderung

ja dafür ist es schon seit 20 Jahren zu spät die werten Herrn Bürgermeister insbesondere die Kettenhunde der roten Fraktion haben dies schon seit langem gewusst und gehofft sie könnten die Sache aussitzen. Für eine Randregion ohne jede Bedeutung interessiert sich doch eh keiner ....

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leser01
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Abwanderung

Hauptsächlich geht es bei der Abwanderung um einen Beruf!

Teilweise im Gailtal bekommt man nur einen Beruf wenn man jemanden gut kennt oder Kontakte hat.

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ErichGolger
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Einen Beruf bekommt man nicht,

den erlernt man.
Es wird wohl eine Arbeitsstelle gemeint sein?

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vorratsdatenspeicherung1
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ja

das stimmt man braucht nur in die Gemeindestubn schaun ...

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latisana
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Alles

Rot, Röter, am Rötesten!!!!!

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