Gailtal

Das sind die Pläne der ÖBB mit der Gailtalbahn

Die Gailtalbahn von Hermagor bis Kötschach-Mauthen soll Ende 2016 geschlossen werden. In den Teil bis Hermagor will man 30 Millionen Euro investieren. Die Strecke wird elektrifiziert und man erwartet Kundenzuwachs.

Die Strecke von Hermagor nach Kötschach-Mauthen soll eingestellt werden © KK/Privat
 

Die Einstellung der Gailtalbahn ab Hermagor bis Kötschach-Mauthen im Dezember 2016 lässt die Wogen hochgehen. Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden sind empört. Dabei hätte man es ahnen können: Bereits 2011 wurde von der Bundesregierung mit dem „Projekt Zielnetz 2025“ beschlossen, die Gailtalbahn komplett einzustellen. „Wir sehen aber Kundenpotenzial auf der Strecke bis nach Hermagor“, betont ÖBB-Pressesprecher Christoph Posch. Deshalb wird in diese bis 2019 massiv investiert.

Die Strecke bis nach Kötschach-Mauthen könnten aber Busse „besser bedienen“, da die Bahnhöfe oft nicht im Dorfzentrum liegen. Außerdem fahren lediglich 500 Fahrgäste zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen an einem Schultag. An Wochenenden seien es unter 100 Bahnfahrer. Außerdem sei das Streckengleis veraltet und müsste saniert werden.

S-Bahn im Stundentakt

Insgesamt werden 30 Millionen Euro in die Strecke bis Hermagor und in den Bahnhof der Wulfeniastadt gesteckt. Ab Dezember 2017 wird die S-Bahn im Stundentakt von 6 bis 22 Uhr nach Hermagor fahren. Die gesamte 31 Kilometer lange Linie wird bis 2018 elektrifiziert, damit haben Dieselloks ausgedient.

Sichere Bahnübergänge

Mehr Züge bedeuten aber auch mehr kritische Begegnungen zwischen Bahn und Autofahrern. „Deshalb werden 15 Eisenbahnkreuzungen mit Über- oder Unterführungen wie auch anderen Sicherheitsmaßnahmen entschärft. Wie genau, das wird eine Machbarkeitsstudie zeigen, die in Auftrag ist“, sagt Posch.

Alle Haltestellen und Bahnhöfe auf der Strecke werden bis 2019 barrierefrei gestaltet, der Bahnhof Hermagor umgebaut. „Der Güterverkehrs- und Personenbereich werden klar getrennt. Der Bahnhof bekommt außerdem einen „Park & Ride-Parkplatz und ein Busplatz für den erleichterten Umstieg auf die Busse wird gebaut“, so Posch. Der Güterverkehr bekommt eine von der Stadt abgewandte Laderampe und soll damit attraktiviert werden.

Das Buskonzept

Land und Verkehrsverbund arbeiten derzeit am Buskonzept, das die Bahn bis Kötschach-Mauthen ersetzten soll. „Die Busse werden auf den S-Bahntakt abgestimmt. In den nächsten Wochen gibt es Befragungen der Bahnkunden. Nach den Semesterferien wird es in Kirchbach, Dellach und Kötschach Infoveranstaltungen geben. Wir wollen so die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden erheben, damit sie in das Konzept einfließen können“, sagt Fabian Rauber, Sprecher von Landesrat Rolf Holub, Referent für den öffentlichen Verkehr.

Modellregion für öffentlichen Verkehr

Holub plant, Hermagor zur „Modellregion für den öffentlichen Verkehr“ auszubauen. Mit einem erweiterten Busverkehr will man vor allem Täler und Ortszentren besser abdecken, als es die Bahn kann. Ein Einsatz von Bussen, die auch Fahrräder transportieren können, steht ebenfalls im Raum.

Die Schienenstrecke wird ab Dezember wieder an das Land übergeben. Über eine Nachnutzung soll ebenfalls gemeinsam mit der Bevölkerung nachgedacht werden. „Mit diesem Gesamtpaket erwarten wir uns 500.000 Fahrgäste mehr pro Jahr“, erklärt Posch.

CLAUDIA LUX

Kommentare (6)

Kommentieren
liberda
0
1
Lesenswert?

Bürgermeisterkollision

Hermagors Bürgermeister, ein Eisenbahner, schwärmt von Elektroloks zwischen Arnoldstein und Hermagor und ist für die Einstellung nach He-Kötschach. Die betroffenen Bgm wollen aber ihre Bahn halten und brauchen Ronachers Elektrifizierung nicht. Bei diesem "auf zwei Enden des Strickes" kräftig ziehenden Politiker wird eines überbleiben: Die Bahn nach KÖtschach wird eingestellt werden und von der Elektrifizierung nach Hermagor wird bald keine Rede mehr sein. So effektiv löst man "gemeinsam" die Probleme in Hermagor.

Antworten
WernerRobin
0
0
Lesenswert?

Bürgermeister von Hermagor

Herr Bürgermeister Ronacher Siegfried ist ÖBB-Lokführer - wird wohl noch nicht im Ruhestand sein (?) - und kennt die Strecke wie aus seiner Westentasche. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Ronacher für die Einstellung des oberen Streckenteiles ist. Was mir an Herrn Ronacher jedoch irgendwie fehlt ist der persönliche Einsatz für den Weiterbestand der Teilstrecke. Im Gegensatz zu den Bürgermeistern des oberen Gailtales sollte er jedoch vom Fach sein. Zumindest wird er den Bahnbetrieb wohl besser kennen als andere Berufe.

Antworten
daka
0
5
Lesenswert?

"Modellregion" aus dem Mund von Holub klingt wie eine Drohung! Die grüne Cha.os- und Cha.ot.entruppe - von Holub angeführt - bringt - außer heißer Luft - nichts auf die Reihe. Beste Beispiele: "Energiemasterplan" und "Mobilitätsmasterplan". Masterplan kann man getrost durch Desasterplan ersetzen. Wie soll das dann mit der sog. "Modellregion" funktionieren?? Irgendwann wird es im Gailtal überhaupt keinen öffentlichen Verkehr mehr geben. Das wird den Grünen herzlich wurscht sein, denn die konzentrieren sich nur auf ihr "urbanes" Wählerpotential. Warum sollen sie sich mit "Randregionen" abgeben, wo es "wählertechnisch" nichts zu holen gibt...

Antworten
WernerRobin
0
7
Lesenswert?

Verkehrspolitischer Schwachsinn

Ich verweise auf meinen Kommentar "Es geht auch anders" Teil 1 bis 3, nachzulesen bei "Einstellung der Gailtalbahn". Auf der einen Seite über 26 Mio. € in die Elektrifizierung Arnoldstein - Hermagor zu investieren und den Rest zuzusperren ist für mich verkehrspolitischer Wahnsinn. Es wäre das Gleiche, einen Grippekranken ein Bein amputieren zu wollen in der Hoffnung, dass der Patient bald gesundet! Warum wurde der Verkehrsdienstvertrag bis 2020 anulliert? Kann mir das jemand beantworten? Ja, ja, Herr Holub, nur zu! Und Ihre Wortmeldung bei der Regionalbahntagung in Feldkirchen? Nichts als blah, blah, blah....!!! Ich bin nur froh nicht bei der Jubiläumsveranstaltung 100 Jahre Hermagor - Kötschach-Mauthen dabei gewesen zu sein. Beim Anhören der Reden der Politiker und dergleichen hätte ich mich wohl sofort übergeben......

Antworten
WernerRobin
0
6
Lesenswert?

Technisch gesicherte EKs

Technisch gesicherte Eisenbahnkreuzungen

Mit den vorgesehen 26 Mio Euro für eine eventuelle Elektrifizierung der Gailtalbahn zwischen Arnoldstein und Hermagor könnte man Zig-mal alle gefährlichen Eisenbahnkreuzungen auf der Strecke technisch absichern, die Streckengeschwindigkeit und somit die Attraktivität erhöhen und die akustische Abgabe von Achtungssignalen reduzieren (Pfeifen!). Das würde auch die Hoteliers und Zimmeranbieter wieder beruhigen. Die Gefahr einer Kollision Auto/Zug würde stark reduziert! Die Dieseltriebfahrzeuge der Baureihen 5022 (Triebwagen)und 2016 (Lok) sind sehr leise und auch schadstoffarm.
Einige wenige Streckenbegradigungen würden auch die Fahrten der Züge beschleunigen.
2 Fragen: 1) Woher kommt der plötzliche "Geldsegen"? 2) Wer hat den Verkehrsdienstevertrag bis 2020 vorzeitig gelöst? Die ÖBB oder das Bundesland Kärnten?
Ein von Bäumen und Sträuchern überwuchertes rostiges Gleis macht wahrlich kein gutes Bild für das für den Tourismus so bedeutsame wun

Antworten
latisana
0
5
Lesenswert?

Der Grüne Holub

wird sich Grün anscheißen, wenn er kommt!!!!!!

Antworten

Bei der Erstellung von Kommentaren haben Nutzer rechtliche Bestimmungen (z. B. Privat-, Strafrecht), die Netiquette und Forenregeln einzuhalten. Was wir in diesem Forum nicht dulden: Beschimpfungen, Verspottungen, Belästigungen, Ehrbeleidigungen, Verhetzung, Diskriminierung in jedweder Form, Rassismus, Aufrufe zu Gewalt oder gar Selbstjustiz. Beiträge, die diesen Bestimmungen zuwiderlaufen, werden bei Kenntnis gelöscht, Nutzer im Wiederholungsfall gesperrt. Zudem behalten wir uns die stundenweise oder völlige Schließung von Foren vor. Wir weisen Sie darauf hin, dass wir auch keine Links zu anderen Websites akzeptieren.
Als Nutzer stimmen Sie der Speicherung der von Ihnen angegebenen Daten (Stamm-, Verkehrsdaten, etc.) ausdrücklich zu. Die angegebenen Daten werden an staatliche Stellen (z. B. Polizei, Gericht) bei Untersuchung von vom Nutzer verbreiteten Materialien, oder sonst vorgenommenen ungesetzlichen Aktivitäten, weitergegeben. Weiters werden angegebene Daten (Name und Adresse) an sonstige Dritte bei Verletzung von Rechten oder sofern deren Rechtsverletzung nachvollziehbar behauptet wird (zB gem. § 18 Abs. 4 ECG), weitergegeben. Mit der Erstellung von Kommentaren stimmen Sie dem ausdrücklich zu und verzichten auf die Geltendmachung von jeglichen Ansprüchen. Siehe dazu auch unsere Forenregeln/Betriebsbedingungen in den AGB.