LesachtalErste Details zu den Bauplänen im Kloster Maria Luggau

Im Lesachtaler Kloster soll ein zeitgemäßer Pilgertourismus-Betrieb mit 150 Betten entstehen. Bis zu 40 neue Arbeitsplätze werden geschaffen.

Seit 505 Jahren sind Kloster und Basilika in Maria Luggau Ziel von Wallfahrern. Bald soll es renoviert werden
Seit 505 Jahren sind Kloster und Basilika in Maria Luggau Ziel von Wallfahrern. Bald soll es renoviert werden © Raunig
 

Die Basilika von Maria Luggau ist jährlich Anziehungspunkt für rund 40.000 Pilger. Das angrenzende Kloster wird als Exerzitien-, Bildungs- und Gästehaus mit 85 Betten geführt. Allerdings ist es in die Jahre gekommen und hat dringenden Sanierungsbedarf. Vertreter der Diözese Gurk, allen voran Bischof Alois Schwarz, Generalvikar Engelbert Guggenberger – er ist ein Lesachtaler – sowie Bischofsvikar Gerfried Sitar wollen das Kloster, das dem katholischen Servitenorden gehört, in eine gute Zukunft führen.

Sitar: „Das Kloster ist derzeit mit drei Serviten personell schwach aufgestellt. Wir können sie mit all ihren Verpflichtungen, dazu zählen auch die finanziellen, nicht alleine lassen.“ Nun plant die Diözese Gurk dem bekannten Wallfahrtsort einen nachhaltigen Impuls zu verleihen, indem sie das Kloster langfristig pachten und renovieren will.

KK/Pressestelle Diözese Gerfried Sitar, Bischofsvikar: "Das Projekt können wir nur als Netzwerk stemmen, in dem sich alle Beteiligten der Verantwortung stellen."
Gerfried Sitar, Bischofsvikar: "Das Projekt können wir nur als Netzwerk stemmen, in dem sich alle Beteiligten der Verantwortung stellen." © KK/Pressestelle Diözese

Bürgermeister Johann Windbichler gibt Eckdaten bekannt: „Wir reden von einem 150-Betten-Betrieb mit mindestens drei Sternen, in dem bis zu 40 Mitarbeiter beschäftigt werden. Mindestens 30.000 zusätzliche Nächtigungen erwarten wir uns in der Anfangsphase.“ Derzeit werden in der Gemeinde Lesachtal rund 110.000 Nächtigungen pro Jahr erzielt.
Nun lotet man aus, wie der künftige Klosterbetrieb wirtschaftlich zu führen sei und sich nach erfolgter Renovierung selbst tragen kann.

Wald und Weingut

Laut Windbichler würde die Diözese auch Wald und landwirtschaftliche Fläche im Ausmaß von insgesamt 100 Hektar pachten, ebenso wie ein Weingut in Südtirol, das den Serviten gehört. Der Beherbergungsbetrieb sowie die Erlöse aus Wald, Landwirtschaft und dem Weingut sollen das Kloster finanziell absichern. Laut Windbichler sei bereits eine Errichtergesellschaft gegründet worden, der die Serviten, die Diözese Gurk und die Natural-Hotels-Gruppe mit Hotelchefin Michaela Tiefenbacher, ebenfalls eine Lesachtalerin, angehören.

Rie-Press Bürgermeister Johann Windbichler: "Das Konzept ist fundiert, die Finanzierung steht und die Errichtergesellschaft ist gegründet. Wir sind auf einem guten Weg."
Bürgermeister Johann Windbichler: "Das Konzept ist fundiert, die Finanzierung steht und die Errichtergesellschaft ist gegründet. Wir sind auf einem guten Weg." © Rie-Press

Neben einem 20-prozentigen Eigenkapital-Anteil, sollen sich der Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds, die Österreichische Hotel und Tourismusbank, die Bürger über ein Crowdfunding-Modell und eventuell die EU einbringen. Über die Kosten selbst wird Stillschweigen vereinbart.
Obwohl Sitar bezüglich einer Projektvorstellung auf Frühherbst verweist, ist das thematische Fundament die heilsame Landschaft des Lesachtales, der Kraftort Maria Luggau und der Slow-Food-Gedanke, der sich im Lesachtaler Brot und im Klosterwein aus Südtirol widerspiegeln soll. „Für Pilger wird jedenfalls ein spannendes Angebot entstehen“, sagt Sitar.

„Die Gemeinde übernimmt die Aufgabe, einen Parkplatz mit bis zu einhundert Stellplätzen zu schaffen“, sagt Windbichler, der sich nach der Realisierung des Projektes eine Trendwende für das gesamte Tal erwartet. Er ist zuversichtlich, dass nach zweijähriger Projektvorlaufzeit und einer breit aufgestellten Finanzierung im Jahr 2020 die Eröffnung des renovierten Klosters gefeiert werden kann.

KK/Privat Touristikerin und Beraterin Michaela Tiefenbacher: "Derzeit erstellen wir den Businessplan, wickeln die Einreichung von Förderungen ab und erarbeiten eine Gesellschaftsform für den Klosterbertrieb."
Touristikerin und Beraterin Michaela Tiefenbacher: "Derzeit erstellen wir den Businessplan, wickeln die Einreichung von Förderungen ab und erarbeiten eine Gesellschaftsform für den Klosterbertrieb." © KK/Privat

Tiefenbacher, gebürtige Lesachtalerin, ist die treibende Kraft hinter dem Projekt. Als Besitzerin der „Naturel Hotels & Resorts Seeleiten und Schönleiten“ am Faaker See, Gemeinde Finkenstein, mit über 700 Betten und 100 Mitarbeitern, weiß sie, wie man einen Beherbergungsbetrieb führt. Mit ihrer Tochter Hannah  gründete sie das Beratungsunternehmen „D2-Consulting GmbH“, das von Anfang an für die Entwicklung des Kloster-Projektes verantwortlich zeichnet.

„Derzeit erstellen wir den Businessplan, wickeln die Einreichung von Förderanträgen ab und erarbeiten für alle darin involvierten Partner eine geeignete Gesellschaftsform für die Errichtung und den Betrieb des künftigen Beherbergungsbetriebes im Kloster Maria Luggau“, sagt Tiefenbacher. Die „Naturel Hotels“ sind wahrscheinlich der größte private Hotelbetrieb Kärntens und auch an der Betreiberschaft des Klosterhotels interessiert. 

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heißt der Generalvikar Engelbert Guggenberger und nicht Obernosterer .

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