Serie AufgeschlossenSchloss Greifenburg ist eine Feste für große Feste

Nach Jahren der Sanierung will Familie Peschl das mächtige Schloss im Drautal als Veranstaltungsort etablieren. Geplant sind Konzerte, Lesungen, Hochzeiten und noch Einiges mehr.

Wenn die Familie zusammenkommt, ist Leben im Schloss: Marko Peschl (links außen) und seine Schwester Carola (vorne links) mit ihren Familien
Wenn die Familie zusammenkommt, ist Leben im Schloss: Marko Peschl (links außen) und seine Schwester Carola (vorne links) mit ihren Familien © KLZ/Markus Traussnig
 

Was gibt es für Eltern Schöneres, als zu wissen, dass die Kinder in ihre Fußstapfen treten? Nach dem Tod des Unternehmers Hans Peter Peschl im Jahr 2014 waren es Marko und Carola gemeinsam mit ihren Familien, die die Geschicke von Schloss Greifenburg in ihre Hände genommen haben. "Unser Vater hat sich in das Schloss verliebt und wir sind ihm gefolgt", sagt Marko Peschl. Der Rechtsanwalt verwaltet den Besitz. Das mächtige Schloss im Drautal dient der Großfamilie, die in Graz lebt, als Erholungs- und Rückzugsort. Seit dem Jahr 2007 verfolgen die Peschls ein Ziel: dem Schloss den Glanz vergangener Tage zurückzugeben. Und wenn man durch die Stockwerke wandelt, kann man eines wohl behaupten: Es wird bestimmt noch schöner, als es vorher war. Die wohl größte Hürde war, die 18 Appartements, die im Rahmen eines nie finalisierten Hotelprojektes errichtet worden waren, aufzulösen.

So lebt es sich im Schloss Greifenburg

Wir sind im ersten Stock im Festsaal. "Der Saal war früher ein Appartement", sagt der vierfache Vater. Von alldem ist heute nichts mehr zu merken. Auf dem Eichenboden sind in mehreren Reihen schwarze Stühle platziert. Das Wappen auf der Sitzfläche stammt von Peschls Urgroßvater. Im Festsaal sollen künftig Konzerte, Lesungen, Präsentationen und Workshops stattfinden. "Der Boden eignet sich auch toll für Yoga-Übungen", sagt Carola Pluhar-Peschl, die von Beruf Architektin ist, mit einem Schmunzeln. "Hier können auch Hochzeiten und Geburtstage gefeiert werden", sagt Claudia Kocher-Peschl, Markos Gattin. Die Marktgemeinde Greifenburg feiert heuer ihr 750-Jahr-Jubiläum. Das haben die Peschls zum Anlass genommen, das Schloss für die Allgemeinheit zu öffnen. Das historische Haus gehört zum Ort und soll "in enger Verbindung mit dem gesellschaftlichen Leben bleiben", sind sich die Familienmitglieder einig.

Serie Aufgeschlossen: Rundgang auf Schloss Greifenburg

Schloss Greifenburg befindet sich in der gleichnamigen Gemeinde im Drautal und wird erstmals im Jahr 1230 urkundlich erwähnt. Seit dem Jahr 2007 ist es im Eigentum der Grazer Familie Peschl. Sie will das historische Haus als Veranstaltungsort etablieren.

(c) Markus Traussnig

Das Schloss ist in einer grandiosen Bergwelt eingebettet.

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Wenn die Familie zusammenkommt, ist Leben im Schloss.Hinten von links: Marko J. Peschl, Paul Peschl (15), Philipp Pluhar, Sebastian Kocher (19), Claudia Kocher-Peschl, Maximilian Kocher (15), Siegfried Kocher

Vorne von links: Carola Pluhar-Peschl, Paco Pluhar (5), Levi Pluhar (7), Dorothea Kocher, Ilse Peschl,  Julia Peschl (12) (nicht im Bild)

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Ilse Peschl in der Bibliothek

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Traumhafter Ausblick in den Park

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Die Eingangshalle

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Im Festsaal sollen künftig Konzerte, Lesungen, Präsentationen und Workshops stattfinden.

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Das Wappen auf der Sitzfläche der Stühle stammt von Peschls Urgroßvater.

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Edel und puristisch, ohne viel Schnickschnack: die gedeckten Tische in der Gewölbestube

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Ein Gästeschlafzimmer ist in blau gehalten ...

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... ein anderes in tannengrün.

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Das Wohnzimmer in einem der drei Appartements

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Edel und puristisch, ohne viel Schnickschnack, präsentieren sich die gedeckten Essplätze in der angrenzenden Gewölbestube. "Wenn hier einmal Workshops stattfinden, wird das der Frühstücksraum", sagt Claudia Kocher-Peschl. Die künftige Schlossküche, der Speisesaal und die Bar sind noch Baustellen. Es geht hinauf in den zweiten Stock. Dort finden sich drei Appartements, ein Doppelzimmer sowie der Trauungssaal. In Letzterem vermischt sich historisches Flair mit dem Zeitgeist und dem grandiosen Ausblick auf die Bergwelt. Durchsichtige Designersessel hätte man hier nicht erwartet, sie können sich aber wahrlich sehen lassen. Die Appartements sind nach Familien benannt, die Besitzer des Schlosses waren. Im Spanheim-Appartement leuchten die Wände in einem satten Tannengrün. Die Farbe lässt die dunkle Kassettendecke erst so richtig zur Geltung kommen. Bei der Einrichtung hat jeder seinen Beitrag geleistet. "Wir sind ein gutes Team", sagt Claudia Kocher-Peschl lachend. Die Einrichtungsgegenstände stammen aus Familienbesitz und wurden zusammengetragen. "Wir haben auch Stücke aus Verlassenschaften bekommen. Hier ist ja genug Platz", sagt Ilse Peschl, Markos und Carolas Mutter. An Raum fehlt es bei 1600 Quadratmeter Wohnfläche wahrlich nicht.

"Der dritte Stock ist ganz privat. Für Sie machen wir eine Ausnahme", sagt Marko Peschl mit einem Zwinkern. In der Bibliothek fanden die Bücher aus der Sammlung eines Literaturkritikers ein neues Zuhause. Bunte Buchrücken leuchten aus den Regalen aus dunklem Holz. "Den Schrank hat mein Urgroßvater entwerfen lassen", sagt Carola Pluhar-Peschl und deutet auf die andere Seite. Wie fein doch die Musterung der Glastüren ist! Wenn die Familie so wie heute zusammenkommt, merkt man, wie Geschichte und Gegenwart auf Schloss Greifenburg aufleben. "Es war die Vision meines Schwiegervaters, dass die Familie hier zusammenkommt", sagt Carolas Mann Philipp Pluhar. Sein großer Wunsch wurde erfüllt, hundertprozentig.

DenkMal

Schloss Greifenburg befindet sich in der gleichnamigen Marktgemeinde im Bezirk Spittal an der Drau. Als Begründer der Burg gelten die Gebrüder Wolfram, Eberhard und Wernher von Greifenburg. Das Datum der Erbauung ist nicht bekannt. Es wird angenommen, dass die ersten Burgmauern im 12. Jahrhundert errichtet wurden. Das Schloss wird erstmals im Jahr 1230 urkundlich erwähnt. Herzog Bernhard von Spanheim erwarb die Herrschaft. Mit dem Kauf erweiterte er seinen Besitz um die Herrschaft Greifenburg. Im 17. Jahrhundert erwarb die Familie (Orsini-) Rosenberg das Schloss, in deren Eigentum es rund 300 Jahre lang war. Anfang der 1940er-Jahre erwarb Clemens Steinpichler als erster Bürgerlicher das Schloss.
Quelle: Pressemappe Schloss Greifenburg

Kontakt: Claudia Kocher-Peschl, 0664 300 9695

Facebook: www-facebookcom/schlossgreifenburg

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enzianbrenner
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Lesenswert?

vom

vorbeifahren kenn ich dieses schloss, die abgelichteten fotos sind ja sensationell: wünsche dem vorhaben wirklich alles gute und mehr als nur guten erfolg

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