FriaulTriestiner auf Zeit: Ein Auslandsjahr aus Liebe zur Sprache

Wenn Träume keine Schäume sind: Erika und Hermann Rohrer aus Karlsdorf bei Seeboden übersiedelten für ein Jahr nach Triest, um hier als "Einheimische" zu leben.

Hermann Rohrer, die Triestiner Freunde Morena und Fulvio Delzev sowie Erika Rohrer © KK/PRIVAT
 

Ihre Liebe zu Italien entdeckte Erika Rohrer bereits vor 40 Jahren als sie zum ersten Mal nach Italien reiste. „Diese Liebe auf den ersten Blick hat mich nie losgelassen. Ich begann die italienische Sprache zu erlernen“, erinnert sich die Seebodnerin, die mit ihrem Mann seit vielen Jahren Mitglied von Dante Alighieri ist. In den vergangenen Jahren hat sie ihre Sprachkenntnisse wieder intensiviert. „Mein Traum war, ein Land über seine Sprache zu entdecken. Ohne Sprachkenntnisse kann man nur schwer in den Alltag der Menschen eintauchen“, erzählt Rohrer, die vor ihrer Pensionierung als medizinisch-technische Assistentin im Krankenhaus Spittal gearbeitet hat.

Hermann und Erika Rohrer erkundeten zahlreiche Besonderheiten rund um Triest Foto © KK/Privat

Ihren Traum von einem Auslandsjahr hat sie nie vergessen und als die familiären Voraussetzungen – die zwei Kinder sind erwachsen und leben in Wien – gegeben waren, wurde der Traum zu einem Projekt. „Ohne Wissen meines Mannes begann ich meinen Auslandsaufenthalt zu planen. Ursprünglich wollte ja nur ich nach Italien gehen“, erinnert sich Erika Rohrer. Als sie nahezu alles akribisch durchgeplant hatte, weihte sie ihren Mann Hermann ein. „Ich hatte nur die Wahl empört zu sein oder mitzugehen“, schmunzelt Rohrer. Der pensionierte Pädagoge entschied sich, seine Frau zu begleiten. Mit Hauskatze Mia im Gepäck übersiedelten die Rohrers im März 2016 für ein Jahr in eine Wohnung mit Garten in Triest. Das Haus in Karsdorf bei Lieserhofen wurde „still gelegt“, ebenso der Garten. „Einer unserer Nachbarn hatte das Haus immer im Blick und wir kamen alle sechs bis sieben Wochen für ein paar Tage nach Oberkärnten, um die dringendsten Arbeiten zu erledigen. Es zog uns aber wieder rasch zurück in unsere Wahlheimat Triest“, sagt Hermann Rohrer.

Eine Sommer an der Barcula

Über Dante Alighieri wurde ihnen Nino Lionetti als Ansprechpartner vor Ort vermittelt. Er war den Österreichern behilflich, wenn sie selbst an sprachlichen oder bürokratischen Hürden scheiterten. „Auf die Installierung des Internetanschlusses haben wir 40 Tage warten müssen. Das war tatsächlich eine Geduldprobe“, erzählt Erika Rohrer. Den Sommer haben die Rohrers anstatt bei ihrem Pool im Garten oder am Millstätter See an der Barcula, einem fünf Kilometer langem Strandstück verbracht, wo sie mit den Triestinern den Sommer genossen haben. „Da lernten wir unsere Freunde Morena und Fulvio Delzev kennen. Genau an der selben Stelle haben wir uns auch wieder von ihnen verabschiedet“, erinnern sich Erika und Hermann Rohrer mit leiser Wehmut. Obwohl ihnen der Abschied schwer fiel, sind die Seebodener genau nach einem Jahr – im März 2017 – wieder zurück nach Seeboden übersiedelt. „Das Projekt ist abgeschlossen. Ein Auswandern nach Triest oder woanders hin nach Italien ist trotz vieler schöner Erinnerungen nie ein Thema gewesen“, sind sie sich einig.

Über ihre Zeit im Karst, wie sie in den Alltag der Triestiner eingetaucht sind, mit welchen bürokratischen Hürden sie zu kämpfen hatten, was sie am meisten beeindruckt hat und welche Freunde sie fürs Leben gefunden haben, erzählen Erika und Hermann Rohrer am Mittwoch, 13. September, im Schloss Porcia im Ortenburgerkeller, Beginn um 19.30 Uhr.

 

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