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"Sicher keine Moschee in Spittal"

SPÖ-Bürgermeister Gerhard Köfer wehrt sich gegen "BZÖ-Schwachsinne", wonach in Spittal Kärntens erste Moschee entstehen könnte.

 
Wird es in Spittal an der Drau jetzt die erste Moschee in Kärnten geben?
GERHARD KÖFER: Es hat und wird nie eine Moschee in Spittal geben, auch kein Minarett. Wir haben sechs verschiedene Gebetshäuser für sechs unterschiedliche Religionen, die wir in Spittal sehr respektvoll annehmen.

Sie haben aber als Bürgermeister am 10. April dieses Jahres einen Gebetsraum für die türkisch-islamische Gesellschaft in Spittal genehmigt.
KÖFER: Das ist korrekt. Wenn es baurechtlich keine Beanstandung gibt, muss ich das genehmigen. Der Stadtrat hat dann auf die Beschwerden der Anrainer wegen der Parkplatzsituation reagiert und abgelehnt. Jetzt gibt es einen Einspruch, die Sache liegt beim Land.

Laut Landeshauptmann Jörg Haider ist so eine Genehmigung für einen Gebetsraum der erste Schritt, der es ermögliche, dass zu dem alten Bauernhof ein Minarett dazukommt.
KÖFER: So ein Schwachsinn! Das ist im Bereich der Komödie angesiedelt. Für ein Minarett bräuchte es neue Genehmigungen. So etwas wird aber in Spittal nie entstehen. Es gibt ja auch gar kein Ansuchen dafür.

Das BZÖ will jetzt die entsprechenden Gesetze verändern, um zu verhindern, dass aus Gebetsräumen Moscheen werden können. Stimmen Sie zu?
KÖFER: Muss man jede Aussage des Landeshauptmannes kommentieren? Das BZÖ entwickelt eine Bedrohung, die es nicht gibt. Das ist eine Fatamorgana.

Rechtsexperten in der Landesregierung verweisen laut BZÖ darauf, dass ein Antrag auf Bewilligung einer Moschee vorliegt.
KÖFER: BZÖ-Klubobmann Kurt Scheuch soll sich das Gebäude vorort einmal anschauen, bevor er so einen Schwachsinn verzapft. Es gibt keinen Antrag bezüglich Moschee.

Wie reagieren die Anrainer?
KÖFER: Ich war gerade mit dem ORF vorort. Die Anrainer protestieren, weil sie Sorge wegen der mangelnden Parkplätze haben oder Ruhestörung befürchten, wenn die Leute um 22 Uhr nach Hause gehen.

Ein türkisch-islamisches Zentrum gibt es in dem ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude schon. Es ist bereits gekauft?
KÖFER: Das stimmt. Wir haben 46 Türken und 750 Moslems in Spittal. Sie leben in bester Eintracht mit anderen Glaubensgemeinschaften. Die Gefahr, dass der internationale Terrorismus in Spittal ausbricht, gibt es nicht.