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Flüchtlingskrise: Wenn Schüler zu Lehrern werden

15 Flüchtlinge lernen jeden Mittwoch mit drei Schülern des Stiftsgymnasiums St. Paul Deutsch. Die Jugendlichen wollen in ihrer Gemeinde unter anderem Ängste abbauen.

Jeden Mittwoch treffen sich die drei Schüler des Stiftsgymnasiums und die Flüchtlinge in den Räumlichkeiten des Rathauses von St. Paul, um gemeinsam Deutsch zu lernen © Maximilian Peter
 

Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“ hat der österreichische Philosoph Ludwig Wittgenstein einmal festgestellt. Diese Grenzen zu erweitern, ist ein wichtiger Schritt bei der Integration der vielen Flüchtlinge, die Österreich in den vergangenen Monaten erreichten.

Drei Jugendliche haben sich das nun in der Marktgemeinde St. Paul zu Herzen genommen. Anna Haselsteiner, Martin Altreiter und Felix Grundnig, die alle drei Teil des von Vizebürgermeisterin Karin Lichtenegger initiierten und betreuten „Jugendrates“ sind, haben es sich zum Ziel gesetzt, den Flüchtlingen, die in St. Paul untergebracht sind, die deutsche Sprache näher zu bringen. „Wir haben überlegt, wie wir unseren Beitrag leisten können und da kam uns die Idee mit dem Deutschlernen“, erzählt Haselsteiner.„Begonnen haben wir mit den grundlegendsten Dingen wie ‚Hallo‘ oder ‚Wie geht’s?‘, mittlerweile haben alle ein gutes Fundament, wir haben ja schon im Juli begonnen“, führt Haselsteiner weiter aus.

Unterschiedliche Berufe

Jeden Mittwoch treffen sich also rund 15 Flüchtlinge mit den drei St. Pauler Gymnasiasten in den Räumlichkeiten des Rathauses im Ort, um für zwei Stunden Deutsch zu lernen. Die Flüchtlinge wohnen in der Buxersiedlung oder im Benediktinerstift St. Paul, sie kommen aus Syrien und dem Irak.
Ein syrischer Mathematikprofessor sitzt neben einem in seinem Heimatland berühmten Keyboarder und lauscht gemeinsam mit einem irakischen Friseur den Ausführungen der drei Jugendlichen. Das ist „gelebte Integration“, darüber ist man sich in der Marktgemeinde einig.

Ängste abbauen

„Für uns Jugendliche ist es interessant, weil die Menschen viel von ihrem Heimatland erzählen, von ihrem Fluchtweg, ihren Gedanken. So lernt man die oft diskutierte Asylproblematik auch von einer anderen Seite kennen“, meint Altreiter, der auch die Sorgen und Ängste der hiesigen Bevölkerung versteht.
Doch die Jugendlichen haben bereits Ideen, wie man diese Ängste abbauen könnte. „Ein wichtiges Anliegen ist uns, die Flüchtlinge unter die Leute in St. Paul zu bringen. Das wollen wir in nächster Zeit umsetzen“, sagt Grundnig: „Sie sind allesamt kontaktfreudig und ein so ehrliches ‘Danke’ wie hier hört man auch nicht oft.“

MAXIMILIAN PETER

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