WolfsbergErster Hanf-Coffeeshop in Kärnten sperrt auf

Völkermarkter verkauft in seinem Café auch Cannabis-Blüten. Er darf das, wenn der Grenzwert stimmt.

Haris Felic, Partner Franz Andreas im Coffeeshop
Haris Felic, Partner Franz Andreas im Coffeeshop © KLZ/Markus Traussnig
 

Man kennt den Begriff aus Amsterdam: die Coffeeshops, in denen man sich zum Kaffee noch sogenannte weiche Drogen zum (Ein-)Rauchen bestellen kann.

In Österreich gibt es bisher nur einen Pop-up-Coffeeshop in Wien. Dieses Wochenende eröffnet der erste in Kärnten: In der Wolfsberger Johann-Offner-Straße baut Haris Felic einen ehemaligen Imbiss-Stand gerade zum Coffeeshop um. Noch dieses Wochenende will er gemeinsam mit einem Partner unter dem Namen „CBD Cartell“ aufsperren.

Der 21-jährige Völkermarkter versichert, nur legale, getrocknete Cannabisblüten anzubieten. Mit Esoterik, Drogentourismus, Schmuddelecken oder gar Illegalität habe er nichts am Hut. „Ich sehe einfach eine Marktlücke“, sagt der Einzelunternehmer mit Web-Shop. Die Steuernummer hat er schon, bei der Wirtschaftskammer ist er angemeldet, die Registrierkassen-Software ist bestellt. Seine künftigen Nachbarbetriebe begegneten ihm angstfrei, sagt er. „Ich habe sogar schon Bestellungen, weil jemand damit seine Migräne bekämpfen will.“

Im Coffeeshop, der mit viel Holz und Naturmaterialien eingerichtet wird, bietet Felic die – von ihm selbst gezüchteten – Bio-Hanfblüten in Aromadosen an oder lose auf Granitplatten.

Tatsächlich dürfen Cannabis-Blüten in Österreich angebaut und verkauft werden, wenn die Sorte aus dem EU-zertifizierten Saatgutkatalog stammt, einen THC-Wert unter 0,3 Prozent aufweist und sie nicht als Suchtmittel missbraucht werden. So steht es im Suchtgiftgesetz, an das sich Felic nach eigenen Angaben hält und das auch die Kärntner Gewerbeabteilung anerkennen muss. THC ist die Abkürzung für den berauschenden Wirkstoff Tetrahydrocannabinol. Dass „Gras“ heutzutage wieder gebräuchlich wird, hängt mit einem anderen Wirkstoff zusammen, der nicht unter das Suchtmittelgesetz fällt: Cannabidiol, kurz CBD.

Die Einnahme von CBD soll stimmungsaufhellend, entzündungshemmend, schmerzlindernd, angstlösend und gegen Übelkeit wirken. Also gegen allerlei Leiden wie Rheuma, Parkinson oder Migräne.

Felic baut in Völkermarkt selbst an, alles unter dem 0,3-Prozent-Grenzwert, wie er sagt. In Gewächshäusern und draußen. Nächstes Jahr will er vergrößern.

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