LavanttalImker sollen Tausende Bienen austauschen

Verwaltungsgericht schreibt Imkern Austausch von Bienenköniginnen vor. Erwerbshonigproduzenten wehren sich.

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Die Kärntner Erwerbsimker betreuen rund 12.000 Bienenvölker, die meisten im LavanttalDie Kärntner Erwerbsimker betreuen rund 12.000 Bienenvölker, die meisten im Lavanttal © APA/ROBERT JAEGER
 

Den Imkern flatterte dieser Tage Post vom Kärntner Verwaltungsgericht ins Haus. Binnen eines Jahres sollen bei Bienenvölkern jene Königinnen ausgetauscht werden, die nicht zur Carnica-Rasse gehören. Damit will man dem Bienenwirtschaftsgesetz Rechnung tragen, das eine Reinzucht von Carnica-Bienen vorschreibt.

Betroffen sind vor allem die 60 Erwerbsimker in Kärnten, von denen die meisten im Lavanttal beheimatet sind. Sie züchten nämlich sogenannte Buckfast-Bienen und müssten dann ihren gesamten Bestand an Königinnen töten. „Die Carnica ist für die wirtschaftliche Bienenzucht nicht geeignet. Sie hat einen doppelten bis dreifachen Ausfall im Winter, da die Volksstärke kleiner ist, und ist auch stärker von der Varroamilbe betroffen. Darüber hinaus sind unsere Lavanttaler Bienen robuster, schwarmträge und bringen mehr Ertrag“, sagt Franz Offner, Obmann der Kärntner Erwerbsimker. Er steht auch auf dem Standpunkt, dass es in Kärnten eine hohe Anzahl von Mischbienen gibt. „Und zwar 90 Prozent.“

Jungbienen untersuchen

Laut Offner ist nicht garantiert, dass nach einer Umweiselung – so der Fachausdruck für den Austausch – der Nachwuchs der neuen Königinnen nur zur Carnica-Rasse gehört. „Man müsste dann die Jungbienen untersuchen, was relativ lange dauert. Da eine Königin beim Hochzeitsflug jedoch fünf- bis fünfzehnmal begattet wird und das Sperma sich nicht vermischt, sondern in Schichten abgelagert wird, gibt sie jedes Mal eine andere Erbinformation weiter“, erklärt der Wolfsberger Honigproduzent.

Offner möchte eine Änderung des Bienenwirtschaftsgesetzes erreichen. „Wir Erwerbsimker möchten so züchten dürfen, wie alle anderen Imker in Europa, nämlich mit Bienen unserer Wahl“, sagt er. Gemeinsam mit anderen Erwerbsimkern führt Offner daher auch bereits seit Jahren gerichtliche Verfahren, die bis heute nicht abgeschlossen sind. Er ist davon überzeugt, dass ohnedies mehr als 80 Prozent der Kärntner Imker keine reinrassigen Carnica-Bienen haben. „Die Natur kennt keine Rassen und Bienen kennen keine Grenzen. Sie fliegen einfach überall hin.“

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