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    Zuletzt aktualisiert: 01.02.2013 um 05:10 UhrKommentare

    Gerhard Dörfler: "Landeshauptmann ist immer der Ober"

    FPK-Spitzenkandidat Gerhard Dörfer versichert, dass seine Werbung für die Wehrpflicht von der Partei bezahlt wurde. Er steht zu seinen Mitstreitern Scheuch und Dobernig. Ein Interview von Eva Weissenberger und Antonia Gössinger.

    Gerhard Dörfler beim Interview

    Foto © KLZ/TraussnigGerhard Dörfler beim Interview

    Herr Landeshauptmann Dörfler, Sie treten mit einem belasteten Team an. Warum tun Sie sich das an?

    GERHARD DÖRFLER: Ich bin völlig unbelastet.

    Wir haben Ihren Landesrat Harald Dobernig gemeint, gegen den Ermittlungen laufen. Und Ihr Stellvertreter, Kurt Scheuch, musste sich gerade bei einem Richter entschuldigen.

    DÖRFLER: Dann wird bei der Nationalratswahl die gesamte Bundesregierung nicht mehr antreten können. Es gibt Erhebungen gegen den Bundeskanzler, einen Staatssekretär, zwei Minister.

    Was waren Ihre Überlegungen bei der Zusammenstellung des Teams. Oder gehören Sie zusammen wie Pech und Schwefel?

    DÖRFLER: Es gibt ein bewährtes Team. Man braucht nur jemand anonym anschütten, schon ist er belastet. Ich wehre mich gegen jegliche Art der Vorverurteilung.

    Dobernig ist nicht anonym, sondern in dem Urteil des Birnbacher-Prozesses belastet worden.

    DÖRFLER: Ich will jetzt keine Dobernig-Diskussion. Ich bin Spitzenkandidat, damit hat es sich.

    Warum wollten Sie eigentlich nicht FPK-Chef werden?

    DÖRFLER: Weil ich ein Politiker anderer Art bin. Ich komme aus einem roten Haus. Mir ist die Umwelt wichtig, aber ich bin kein schrulliger Grüner. Bei Familie, Gesellschaft und Glauben bin ich zutiefst konservativ, aber nicht ÖVP. Ich bin Patriot, aber kein rechter Recke.

    Wenn Sie und Parteichef Scheuch unterschiedlicher Meinung sind, wer setzt sich durch?

    DÖRFLER: Das Spiel Scheuch gegen Dörfler kriegen Sie nicht! Innerhalb einer Partei gibt es eine Breite. Bei der entscheidenden Ortstafelfrage ist die Partei einen weiten Weg mit mir mitgegangen.

    Haben Sie das letzte Wort?

    DÖRFLER: Wir diskutieren. Es gibt ein gemeinsames Wort.

    Bei strittigen Entscheidungen sticht der Ober den Unter. Wer ist der Ober, wer ist der Unter?

    DÖRFLER: Der Landeshauptmann ist immer der Ober.

    Die SPÖ macht die Abschaffung des Pflegeregresses zu einer Koalitionsbedingung. Warum beharren Sie darauf?

    DÖRFLER: Für mich ist klar, dass Wohlhabende ihre Sozialleistungen selber finanzieren müssen. Wenn meine Mutter ein Pflegefall wäre, kann es auch nicht sein, dass der Steuerzahler für mich und meine Familie zahlt.

    Stichwort Familie. Sie werden als "Landesvater" beworben. Hätte Ihr Vater das letzte ersparte Geld der Familie verjubelt?

    DÖRFLER: Er konnte sich nichts ersparen. Er musste oft Kredite aufnehmen, um uns durchzufüttern.

    Die Frage war auf den Zukunftsfonds gemünzt, aus dem die FPK 400 Millionen Euro verteilen will.

    DÖRFLER: Ein Familienvater muss auch investieren. Wir müssen in einer konjunkturell schwierigen Zeit, und die werden wir die nächsten zwei Jahre haben, werthaltige Investitionen tätigen. Wir haben wenigstens einen Zukunftsfonds und nicht wie Salzburg über Nacht 1,2 Milliarden Euro neue Schulden.

    In welchem Zeitraum wollen Sie das Geld investieren?

    DÖRFLER: Drei, vier Jahre. Das muss nachhaltig und ein kluges Programm sein. Ein Teil des Geldes gehört auch den Familien.

    Wie groß ist der Teil?

    DÖRFLER: Das wird man nach der Wahl zu diskutieren haben. Wir investieren in Thermen und Schigebiete, die Familien können sich aber nicht leisten, das zu nutzen. Da muss es Unterstützung geben.

    Sie versprechen Baugeld, Familiengeld, Gesundheitsgeld. Sind das Ihre Koalitionsbedingungen?

    DÖRFLER: Das sind unsere klaren Ansagen. Der Wähler wird am 3. März entscheiden, welche Ansagen mehr Zustimmung erhalten.

    Sie haben auf Salzburg verwiesen. Kärnten sitzt selbst auf Spekulationsverlusten von 39 Millionen Euro. Haben Sie davon gewusst?

    DÖRFLER: Ja und ich sage: Danke, Herr Zernatto! Das sind Erbschaften aus seiner Zeit. Wir haben in der Regierung die Verlängerung eines Schweizer-Franken-Kredites einstimmig beschlossen, damit die Verluste nicht schlagend werden. Das Kursverhältnis kann sich wieder ändern. In meiner Zeit als Regierungschef hat es jedenfalls keine Spekulationen gegeben.

    Sie haben vor der Bundesheer-Volksbefragung an alle Kärntner Haushalte einen Brief mit einer Abstimmungsempfehlung geschickt. Auf wessen Kosten: des Landes oder der Partei?

    DÖRFLER: Was interessiert Sie das? Sind Sie Staatsanwältinnen? Es ist eh vor Gericht. Oberaufdecker Pilz (Grün-Abgeordneter, Anm.) wird mit seiner Anzeige wieder einmal ins Leere laufen.

    Der Brief sieht amtlich aus.

    DÖRFLER: Wenn eine derartige Publikation gemacht wird, wird sie nicht das Land gezahlt haben. Ich bin ja nicht verrückt. Die Partei zahlt das. Genauso wie die Plakate zur Wehrpflicht. Wenn Landesrätin Beate Prettner (SPÖ, Anm.) auf Steuerkosten plakatiert, regt das niemanden auf!

    Es ist ausgeschildert, dass diese Plakate das Landesfrauenreferat bezahlt. Es gibt noch ein Plakat-Thema: Sie lachen derzeit auch von Plakaten des Verkehrsverbunds, einer ausgelagerten Tochter des Landes.

    DÖRFLER: Wenn mich der Verkehrsverbund als Testimonial nutzt...

    ...dann sind Vereinsmitglieder wie die Stadt Villach nicht einverstanden. Sie hat wegen missbräuchlicher Verwendung von Verkehrsverbundmitteln Anzeige erstattet.

    DÖRFLER: Ich war selbst überrascht, als ich aus Wolfsberg wegfahre und plötzlich ein Plakat mit mir sehe. Ich habe nicht einmal gewusst, dass die mit mir werben.

    Hat Ihr Abteilungschef Albert Kreiner eigenmächtig gehandelt?

    DÖRFLER: Vielleicht ganz klug: Allein die Diskussion hat dazu geführt, dass die Plakate von jedem genau angeschaut werden.

    Das stört Sie angesichts der Korruptionsdebatte nicht?

    DÖRFLER: Im Transparenzgesetz steht nichts zu Plakatwerbung. Es ist also eine Lücke, die hier offenbar ausgenutzt wurde.

    Sie begeben sich ein einen Graubereich, obwohl über Ihnen das Damoklesschwert einer möglichen Anklage wegen der Wahlbroschüre aus dem Jahr 2009 hängt?

    DÖRFLER: Es gibt keinen Graubereich. Und bin felsenfest davon überzeugt, dass das Verfahren eingestellt wird.

    Vor einem Jahr haben Sie gesagt, kein Mensch könne mehr Politiker-Gesichter sehen. Jetzt lachen Sie von jeder Plakatwand. Gilt das für Ihr Gesicht nicht?

    DÖRFLER: Deswegen lache ich ja so freundlich.

    SPÖ, ÖVP und Grüne halten sich an das Plakatverbot. Warum macht die FPK da nicht mit?

    DÖRFLER: Mir hat ein hochkarätiger Berater gesagt, man darf keine Wahlen ohne Plakate machen. Ich habe gegen meine ursprüngliche Überzeugung diesen Experten-Rat ernst genommen.

    Sie sagen, wer als Erster durchs Ziel geht, soll Landeshauptmann werden. Ab welchem Ergebnis wollen Sie nicht mehr Landeshauptmann sein? Wo liegt Ihre Schmerzgrenze?

    DÖRFLER: In der Politik gibt es keine Schmerzgrenzen. Es gibt Arbeitsaufträge. Wenn Peter Kaiser die Nummer eins ist, wird er von uns gewählt.

    Eva Weissenbeger, Antonia Gössinger

    Zur Person

    Gerhard Dörfler, am 29. Mai 1955 in Deutsch-Griffen geboren, wohnhaft in Himmelberg, verheiratet, Vater zweier Töchter.

    Landeshauptmann seit dem Unfalltod von Jörg Haider im Oktober 2008. Einstieg in die Politik im März 2001. Spitzenkandidat der FPK.

    Erfolg: Lösung der strittigen Ortstafelfrage.

    Markenzeichen: Der Mann mit der Motorsäge.

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      Endgültiges Ergebnis

       16.85% (-28.04) FPK
       

       37.13% (+8.4) SPÖ
       

       14.40% (-2.43) ÖVP
       

       12.10% (+6.95) GRÜNE
       

       11.18% (0) STRONACH
       

       6.40% (0) BZÖ
       

       0.99% (0) PIRATEN

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      Konstituierende Landtagssitzung: Weitere Fotos 

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      Ja zur Wahl am 3. März. Ja zum Mitbestimmen. Das vom Künstler Werner Hofmeister gestaltete Symbol hat aber einen Haken – 20 Seiten, damit sich die Wähler nicht in den Versprechen der Parteien verfangen.

      Spitzenkandidaten-Chat

      Josef Bucher, Rolf Holub, Gabriel Obernosterer, Gerhard Dörfler, Peter Kaiser, Gerhard Köfer | Foto: APA (1), AP (1), KLZ (4)

      Im Vorfeld der Kärntner Landtagswahl lud die Kleine Zeitung die Spitzenkandidaten der Parteien zum Chat, der auch live im Internet übertragen wurde. Hier finden Sie alle Gespräche zum Nachschauen.

       

      Ergebnis 2009

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      Fest in oranger Hand war Kärnten bei der vorigen Landtagswahl: Das BZÖ hatte am 1. März 2009 in allen Bezirken sowie in den beiden Städten Klagenfurt und Villach die Nase vorn.

      Landeshauptmänner seit 1945

      Foto: APA
       

      Die Parteiprogramme

      KLZ/Kanizaj

      Wissen Sie schon, wen Sie am 3. März in den Kärntner Landtag wählen? Hier finden Sie die ausführlichen Parteiprogramme aller Parteien als pdf-Download.

      Alle Bezirke im Überblick

       

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