Kärnten InternDie Stolpersteine für die Kärntner Grünen

Personelles und Finanzielles werden zu Hürden. Landespartei soll 500.000 Euro an Bundes-Grüne zahlen.

Bei der Landesversammlung 2013 war die Stimmung in den Grünen Reihen noch sehr gut
Bei der Landesversammlung 2013 war die Stimmung in den Grünen Reihen noch sehr gut © KK/Grüne
 

Dass man nur noch schwer miteinander kann, das zeigt sich bei den Kärntner Grünen im Landtag: von oben, von der Zuschauertribüne aus. Abgeordneter und Vize-Klubobmann Michael Johann gibt sich zwar als Macher, wirkt jedoch isoliert. Er gilt parteiintern als Fädenzieher für die Landtagswahl-Listenerstellung, die die Landespartei zerrissen hat. Qualifizierte und bekannte Landtagsmandatare wie Reinhard Lebersorger und Klubchefin Barbara Lesjak wurden ebenso wie Landessprecherin Marion Mitsche auch wegen basisdemokratischer Prozesse hinausgekickt.

Ob es die Grünen bei der Landtagswahl überhaupt wieder ins Hohe Haus schaffen, ist für Politikexperten offen. Die 12,1 Prozent von 2013 wirken unerreichbar. Auch weil der 4. März 2018 wieder die Zuspitzung auf Platz eins bringen wird: SPÖ oder FPÖ. Da könnten die Grünen (und andere Kleinlisten) auf der Strecke bleiben.

Wie auch immer, die Landtagswahl ist bereits stark präsent – und Vieles derzeit rein theoretisch. Da sinnierte am Donnerstag ein ÖVP-Mandatar, dass trotz möglicher ÖVP-FPÖ-Koalition auf Bundesebene die Fortsetzung der Dreierkoalition in Kärnten vorstellbar wäre. 2013 hat man sie auf zwei Perioden angelegt. Aus den Erfahrungen dieser Legislaturperiode hört man von ÖVP- wie SPÖ-Seiten jedoch, dass Michael Johann zum koalitionären Problem werden könnte. Der agiere teils wie ein Oppositioneller und inhaltlich sprunghaft. Für den Fall des Wiedereinzugs der Grünen in den Landtag nach dem 4. März wäre mit einem komplett neuen Team zu rechnen, weil auch Zalka Kuchling und Sabina Schautzer ausscheiden. Johann wäre als einziger Erfahrener der logische Klubobmann.

Klare Absage

Landesrat Rolf Holub ist das Grüne Gesicht nach Außen. Die anvisierte Doppelfunktion auch als Parteichef sei jetzt der einzig richtige Weg, wird in den Grünen-Reihen breit bekundet. Doch die Partei weiß: Holub ist nicht der große Parteistratege, hat mit Strukturen nicht viel am Hut. Es gibt Stimmen, die Barbara Lesjak in inhaltlichen, strategischen und organisatorischen Fragen als die Beste sehen. Doch als Parteichefin kommt sie nicht (mehr) in Frage. Sie könnte die Grünen nicht einen. Zu tief sind die Gräben zwischen ihr und Johann bzw. den Seinen. Auf Anfrage der Kleinen Zeitung sagt Lesjak: „Ich will nicht Parteichefin werden. Mission impossible. Das tu ich mir aus lebenshygienischen Gründen nicht an.“

Hohe Schulden

Fünf Millionen Euro Schulden hat die zerbröselte Grüne Bundespartei nach Präsidentschafts- und Nationalratswahlkämpfen. Dass die Landesparteien mitzahlen müssen, ist fix. In Kärnten sollen es 50.000 Euro pro Jahr sein. In Summe auf zehn Jahre gerechnet sind es allerdings 500.000 Euro, ist zu hören. Mehr sei nicht möglich. Landtagswahlen stehen bevor.

Mit „mehr Emotion, mehr Bauch“ will Rolf Holub Grüne Inhalte an die Kärntner bringen. Ein sprachlicher Versuch in der Aktuellen Stunde des Landtages über „Nachhaltige Raumplanung zum Schutz vor Seenverbauung“ sorgte für Verwunderung. „Unser Land für uns’re Leut“, forderte Holub. Und erinnerte damit an freiheitliche Slogans. FPÖ-Klubchef Christian Leyroutz ortete mit dem von den Grünen, oder besser Johann, vorgeschlagenen Seen-Thema Misstrauen gegenüber dem eigenen Referenten. Denn zuständig für überörtliche Raumplanung ist Holub.

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Danke für Ihr Verständnis.

wischi_waschi
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Ach die Grünen

Nun müssen Sie bei sich selber einmal aufräumen. Zahlen müssen ja eh wieder die Steuerzahler
Sie waren und sind unwählbar!!!!!!!!!!

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gintonicmiteis
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7
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Die Scherben können nicht mehr geklebt werden...

Die Chance, die undurchsichtigen Vorgänge bei den Grünen aufzuarbeiten, ist vorbei... bei der Landtagswahl wird es ein Fiasko werden - und wetten, dass die Verursacher ihre Mitschuld abstreiten werden?

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