Der Countdown für die Turm-Sprengung läuft
Wenige Minuten nach 12 Uhr wird der Turm auf dem Pyramidenkogel gesprengt. Die Kleine Zeitung hält Sie mit Live-Ticker, Fotos und Videos auf dem Laufenden. Die 50 Sicherheitsleute haben sich bereits postiert.

Foto © KLZ/WeichselbraunAufnahme von Freitag früh: Zu Mittag ist der Turm Geschichte
Asche zu Asche, Staub zu Staub. Punkt 11.50 Uhr sollte der 54 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel heute Platz für seinen Nachfolger machen. Allerdings verzögerte sich die Sprengung um einige Minuten, da kurz vor Mittag rund um den Turm noch gearbeitet wurde. Es wird keine stille Verabschiedung. Sprengmeister Franz Schuster warnt vor einem "Riesentuscher", den man bis Klagenfurt hören wird. Freitag herrschte bereits in der Früh großes Medieninteresse. Die letzten Bohrlöcher werden noch gebohrt, dies erweist sich allerdings komplizierter als gedacht. "Es hat sich herausgestellt, dass sich im Beton mehr Eisen und Stahl befindet als in den Plänen verzeichnet ist", so Schuster. Derzeit wird geflext, um die Sprengladungen anzubringen. Die Sicht ist momentan schlecht, es herrscht Nebel. Man hofft aber, dass er sich bald wider auflöst.
Auf dem unteren Parkplatz gibt es übrigens immer noch genügend Parkplätze für Schaulustige. Zwei Shuttlebusse fahren dann auf den Kogel. Die 50 Absperrposten haben bereits ihre Stellungen bezogen. "Bei klarer Sicht wird man die Sprengung vom gesamten Wörthersee-Nordufer super sehen können", sagt der Keutschacher Bürgermeister Gerhard Oleschko.
Knall mit Böllern angekündigt
Angekündigt wird der große Knall zwei Mal: zehn Minuten vorher mit einer Böller-Rakete und unmittelbar vor der Sprengung mit zwei Raketen. "Dann sollte man seine Handy- oder Videokamera einschalten", rät Schuster allen, die das historische Ereignis festhalten wollen. Der Zusammenbruch des Turmes in Fallrichtung Wörthersee wird höchsten drei Sekunden dauern, schätzt der Sprengmeister.
Unmittelbar auf dem Pyramidenkogel werden - in einem streng überwachten Sicherheitsabstand - bis zu 500 Personen live dabei sein dürfen. Wer zu ihnen zählen will, sollte früh aufbrechen. "Wenn alle Plätze voll sind, wird die Zufahrt gesperrt", kündigt Oleschko an. Das erwartete Medieninteresse an der spektakulären Aktion hält sich bis auf die üblichen einheimischen Verdächtigen in Grenzen. "Mit Stratos können wir eben nicht mithalten", so der Bürgermeister. "Dafür sprengen wir pünktlich."
Kritik der Grünen
An der heute stattfindenden Sprengung übt Albrecht Grießhammer, Gemeinderat der Grünen Einheitsliste Keutschach, Kritik: "Laut Gemeinderatsbeschluss hätte die Sprengung erst nach Fertigstellung des Neubaus erfolgen sollen." Grünen-Landtagsabgeordneter Rolf Holub meinte, "es wäre unserer Ansicht nach vernünftiger gewesen, den Turm für weniger als zwei Millionen Euro zu sanieren und weitere zwei Millionen in Attraktionen rund um den Turm zu investieren. Stattdessen fließt nun der Großteil der acht Millionen in den Neubau des Turmes." Für das "Drumherum am Boden" blieben jedoch fast keine finanziellen Mittel mehr übrig. Eine touristische Fehlentscheidung wie Holub meint und kritisiert: "Der Neubau ist doppelt so teuer wie eine Sanierung. Angesichts leerer Kassen ist das von Seiten des Landes eine sehr unvernünftige Entscheidung." Sowohl Holub als auch Grießhammer sind gegenüber den Kosten des Neubaus skeptisch: "Wir werden sehen, ob es schlussendlich wirklich bei den acht Millionen bleiben wird." Sie würden das Bauvorhaben weiterhin kritisch begleiten und sehr genau auf die Kostenentwicklung achten.


















