Pyramidenkogel: Kracher wird halb Kärnten hören
500 Zuschauer dürfen die Sprengung des Aussichtsturmes am Freitag direkt auf dem Pyramidenkogel verfolgen. Zum Kanalisieren der enormen Druckwelle werden Erdwälle errichtet und das Gebiet in unmittelbarer Nähe in eine Hochsicherheitszone verwandelt.
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Wenn es andere Unternehmen zu ihrem 15-Jahr-Jubiläum krachen lassen, wird meistens eine Feier geschmissen. Manuela und Franz Schuster schmeißen lieber ein Wahrzeichen um: Die Unternehmer aus Weißenstein werden am Freitag den Aussichtsturm auf dem Pyramidenkogel sprengen.
Es ist nicht der erste spektakuläre Auftrag für Schusters Firma "SST", die in Kärnten 25 Mitarbeiter beschäftigt. 2002 hat man zum Beispiel die Olympiaschanze in Innsbruck innerhalb weniger Sekunden dem Erdboden gleichgemacht. So schnell wird es auch um den 54 Meter hohen Aussichtsturm aus Beton geschehen sein. "Es handelt sich um eine sogenannte Fallkeilsprengung. Ähnlich wie beim Fällen eines Baumes wird dabei ein Dreieck in den Turm gesprengt, damit er in die gewünschte Richtung fällt", erklärt Schuster.
Die gewünschte Richtung ist in diesem Fall Norden. Schuster schätzt, dass der Turm nach dem ersten "Wummms" noch ein bis zwei Sekunden stehen bleibt, bevor er einknickt. "Er wird dann mit 60 bis 70 km/h aufschlagen", hat der Sprengmeister ausgerechnet. Das klingt gefährlich und ist es auch. Zum Kanalisieren der enormen Druckwelle werden Erdwälle errichtet und das Gebiet in unmittelbarer Nähe in eine Hochsicherheitszone verwandelt. Mehr als 100 Mitarbeiter werden dafür sorgen, dass sich hier kein Mensch mehr aufhält, wenn Manuela Schuster auf den roten Knopf drückt.
Zuschauen wird man direkt auf dem Pyramidenkogel trotzdem können. "Wir werden den oberen Parkplatz und die Straße für rund 500 Besucher öffnen. Jeder darf kommen. Man sieht den Turm von dort aus hervorragend", sagt der Keutschacher Bürgermeister Gerhard Oleschko an. Gesprengt wird um die Mittagszeit. "Wer einen Platz ergattern will, sollte bis 11 Uhr da sein. Um Staus zu vermeiden, wird es auch einen Shuttlebus auf den Berg geben." Achtung! Die Sprengung wird ohrenbetäubend laut sein. "Ich gehe davon aus, dass man sie bis Klagenfurt hören wird", erklärt Schuster. Als Alternativen für Zuschauer empfiehlt Oleschko das Strandbad Keutschach oder die Rauth zwischen Keutschach und Reifnitz.
Unmittelbar nach der Sprengung gehen die Arbeiten (Generalunternehmer ist die Firma Porr, Subunternehmer für den Abriss das Unternehmen Kokarnig) auf dem Pyramidenkogel weiter. Dort wird nach Plänen der Klagenfurter Architekten Markus Klaura und Dietmar Kaden um acht Millionen Euro ein fast 100 Meter hoher Turm aus Holz errichtet, der 2013 fertiggestellt sein soll. Apropos Fertigstellung: Schusters Firma "SST" mit ihrer Zentrale im Drautal und einer Niederlassung in Tirol hat sich nicht nur aufs "Zerstören" spezialisiert. Man ist österreichweit beim Bau von Forstwegen sowie bei Sicherungsarbeiten in Baugruben und im unwegsamen Gelände gefragt. "Wir kommen, wenn es kompliziert wird", lacht Franz Schuster.
Der Pyramidenkogel-Job ist für ihn ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk. Am 16. Oktober wird der Sprengmeister 56. Und die Riesenkerze darf er schon am Freitag "ausblasen".
Features
Aussichtsturm
Der Turm wird durch eine fast 100 Meter hohe Holzkonstruktion ersetzt.
Die Eröffnung ist für Sommer 2013 geplant.
Geschichte: Der bisherige Turm aus Beton ist 1969 eröffnet worden.















