Weiter Kampf um Kleinschulen
Vermittlungsversuch von Landeshauptmann Dörfler gescheitert: Bürger von Radsberg und Mieger wehren sich gegen Schulschließungen.

Foto © Kleine Zeitung/Markus TraussnigZeichen des Protestes
Noch ein paar Tage und die Schule geht wieder los. In vielen Familien macht sich Nervosität breit. Etliche Dinge sind noch zu besorgen und zu erledigen. In Mieger und Radsberg geht es Eltern und Kindern ebenso. Doch dort kommt noch die Sorge um das Weiterbestehen der beiden Schulen hinzu.
Wie berichtet werden die zwei Exposituren, die derzeit 43 Kinder besuchen, nur noch drei Jahre weitergeführt. Dann müssen die Kinder aus Radsberg und Mieger im neuen, von der Gemeinde Ebenthal geplanten Schulzentrum Gurnitz zum Unterricht. Das heißt auch, dass die fünf Kinder, die heuer in den beiden Orten eingeschult werden, ihr letztes Volksschuljahr schon im Tal absolvieren werden. Viele Bürger protestieren gegen die Schulschließungen. Rund 800 haben dagegen unterschrieben.
Angespannt
Mittlerweile ist die Stimmung zwischen den politischen Befürwortern des Schulzentrums wie Bürgermeister Franz Felsberger (SPÖ) und den Kämpfern für den Erhalt der zwei Schulstandorte äußerst angespannt. Am Dienstagnachmittag lud Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) zu einem Gespräch. "Eine Einladung, um wieder zu einem Miteinander zu finden", wie er sagt.
Die Wogen geglättet hat es allerdings nicht. "Wir sind sehr enttäuscht. Unsere Hoffnung, einen Kompromiss zu finden, hat sich nicht erfüllt. Der Bürgermeister hat sich gar nicht bewegt", sagt Gideon Loudon, Elternvertreter aus Mieger. Die Schülerzahlen seien nicht rückläufig, die Schulschließungen werden die dörfliche Struktur ausdünnen und viele Eltern müssten künftig die Kinder mit dem Auto nach Gurnitz bringen, argumentiert er.
Ganz anders sieht das Felsberger und betont: "Schon jetzt besuchen viele Kinder aus Radsberg und Mieger den Kindergarten und die Schule in Gurnitz, weil die Eltern berufstätig sind und dort eine Ganztages-Betreuung angeboten wird." Für den Bürgermeister gibt es kein Zurück mehr: "Das Projekt ist auf Schiene. Es gibt einen gültigen Gemeinderatsbeschluss." So sieht das auch der Landeshauptmann. Dennoch hoffen die Eltern, die Schulschließung abwenden zu können. "Wir werden weiterkämpfen", betonen Loudon und der Radsberger Elternvertreter Andreas Lampichler.
Trostpflaster
Felsberger hofft indes, dass die Zeit für ihn arbeitet: "Es wird schon wieder Ruhe einkehren." Quasi als Entschädigung soll der Erlös aus dem Verkauf der Schulgebäude den Ortschaften Radsberg und Mieger zugutekommen. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Turnsaal in Mieger für die verschiedenen Turngruppen weiter zugänglich bleibt und die Zweisprachigkeit in Kindergarten und Hort ausgebaut wird", sagt der Bürgermeister.













