Max macht mobil
Maximilian Goritschnig (60) aus Moosburg hat das "Go Mobil" erfunden. Das einstige Risiko-Unternehmen ist nun ein europaweites Vorzeigeprojekt.

Foto © KLZ/Traussnig"Ich bin selbst regelmäßiger Go-Mobil-Kunde. Da bleibe ich auf dem Laufenden", sagt Max Goritschnig
Kürzertreten. Das war 1997 die Lebensplanung von Maximilian Goritschnig. Der Moosburger war Landesleiter eines Energieversorgers, Arbeitstage mit zehn, zwölf Stunden waren normal. Tendenz und Intensität steigend. "Als ich meinen Job aufgegeben hatte, fühlte ich mich befreit", sagt Goritschnig.
Das Kürzertreten währte nur kurz. Bereits ein Jahr später hatte der Vater zweier Söhne - Markus (37) hat Philosophie studiert, Manuel (35) Kulturtechnik und Wasserwirtschaft - mit dem "Go Mobil" seinen nächsten Vollzeitjob. Und den ist er bis heute nicht losgeworden. "Aber das ist gut so." Schließlich ist "Go Mobil" noch nicht am Ziel. In 31 Gemeinden ist das von Goritschnig in der Silvesternacht 1998 erfundene "Land-Taxi", das kein Taxi sein will (siehe Info), unterwegs. Weitere Gemeinden hat der 60-Jährige im Visier. Dann gibt's ja noch andere Bundesländer. "Vor allem für die Steiermark wäre das Modell, Taxi aus dem Ort und Einkaufen im Ort, ideal." Goritschnigs Erfolgsrezept ("Innovation ist keine Frage des Talents, sondern eine Frage der Beharrlichkeit.") zeigt, worauf es in den Anfangsjahren angekommen ist. "Die Zahl der Unterstützer war überschaubar. Neben meiner Frau Margarete, die mich bei der Verwaltung unterstützt, war es Albert Kreiner von der Landesregierung."
Heute ist Goritschnig im In- und Ausland ein gefragter Verkehrsexperte. Da kann der angehende Großvater - das erste Enkelkind kommt in sechs Monaten zur Welt - Nützliches mit Angenehmen verbinden. "Wenn ich mit meiner Frau verreise, ist kein Dorf, kein Bauernhof vor uns sicher. Wir wollen Land und Leute kennenlernen." Dann aber ausnahmsweise ohne "Go Mobil".
Features
Go Mobil
Verein. "Go Mobil" ist ein auf Vereinsbasis organisiertes Transportsystem in Gemeinden ohne Taxi oder öffentlichem Personennahverkehr. Vereinsmitglieder sind die Unternehmer vor Ort, bei ihnen gibt's die Fahrscheine "Go". Ein "Go" ist 3,8 Euro wert.













