Brand ist ein Fall für das Gericht
Drei Jahre nach Millionenbrand in Ebenthaler Firma wird der Inhaber angeklagt. Zwei Gutachter deckten vor wenigen Monaten Ermittlungspannen bei der Polizei auf. Es soll "sachlich zur Gänze mangelhaft" ermittelt worden sein.

Foto © APA/Eggenberger
Im Juli 2009 legte ein Brand im Gewerbepark Ebenthal zwei Firmen in Schutt und Asche. Es entstand ein Schaden von rund drei Millionen Euro. Die Polizei hat rasch als alleinige Brandursache "einen Isolationsdefekt einer elektrischen Leitung" festgestellt, worauf das Ermittlungsverfahren eingestellt wurde. Vor wenigen Monaten kam es zu einer überraschenden Wende: Zwei österreichweit renommierte Brandgutachter wurden von Rechtsanwalt Herwig Aichholzer beauftragt, sich den Fall noch einmal anzusehen. Die Gutachter deckten daraufhin Ermittlungspannen bei der Polizei auf.
Zum einen bezüglich der entscheidenden Brandursache. Gutachter Ernst Berger, ehemaliger Kriminaltechniker im Innenministerium stellte fest, dass es erst durch die gesetzwidrige und auch technisch sehr gefährliche Lagerung der Gasflaschen in der Nähe von Elektroinstallationen zu dem Großbrandschaden in der Höhe von mehreren Millionen Euro gekommen ist (sinngemäß aus dem Gutachten).
Auch Johann Hammer, bis zur Pensionierung Leiter der Brandgruppe im Landeskriminalamt, kommt zu diesem Schluss. Hammer spart nicht mit Kritik an der Arbeit der Brandexperten des Landeskriminalamtes: "Die Ermittlungen wurden fachlich und sachlich zur Gänze mangelhaft geführt." Konkret kritisiert er etwa, dass wichtige Feuerwehrmänner nicht einvernommen worden sind. Hammer: "Obwohl diese schon damals von einer Gasexplosion gesprochen haben, ist die Polizei darauf nicht eingegangen." Hammer weiters: "Außerdem wurde das Brandobjekt nicht genau untersucht, sonst hätte man das Explosionsloch in der Wand sehen müssen."
Auf Grundlage dieser Gutachten erhebt die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den Chef der Rollladen-Firma wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst. "Er soll 13 Propangasflaschen vorschriftswidrig gelagert und dadurch einen Mitarbeiter massiv gefährdet haben", bestätigt Martin Reiter, Sprecher des Landesgerichts. Der Prozess wurde bereits für Mitte September anberaumt. Das Delikt ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr zu bestrafen.
Features
Millionenbrand
Explosionsgefahr. Am 16. Juli 2009 brach gegen 4.40 Uhr in der Produktionshalle eines Betriebes in Ebenthal ein Brand aus, der sich zu einem Großbrand entwickelte. In der Folge wurde nicht nur diese Halle, sondern auch Teile einer angrenzenden Schlosserei zerstört. Die Löscharbeiten waren schwierig, da permanente Explosionsgefahr bestand, da in einer Halle Propangasflaschen gelagert waren. Es gab dann tatsächlich mehrere Explosionen. Wenige Tage nach dem Brand gab die Polizei einen technischen Defekt als Ursache für den Brand bekannt.














