Proteste gegen Flick-Pläne
Mit einer Unterschriftenaktion wird nun gegen die Straßenverlegung am Wörthersee protestiert. Es gibt nach wie vor viele offene Fragen, die Planung geht weiter.

Foto © KLZ/Montage
"Die Natur wird vergewaltigt, nur damit Frau Flick ihr Grundstück vergrößern kann!" Mit einer Unterschriftenliste macht eine Maria Wörther Gemeindebürgerin gegen die geplante Straßenverlegung in Dellach am Wörthersee mobil. "Die Radfahrer sollen durch einen Tunnel kriechen. Sieht die Politik wirklich nur noch das Geld?" 150 Unterschriften gegen das Projekt hat die Frau bereits gesammelt.
Wie mehrfach berichtet, wird die Straße auf 865 Metern Länge vom See weg verlegt. Die Kosten von rund fünf Millionen Euro übernimmt die Flick-Stiftung. Neben Ingrid Flick gehören die Piëch-Familie und Tilo Berlin zu den bekannten Profiteuren des Deals, ihre Flächen werden zu riesigen Seegrundstücken und erfahren eine Wertsteigerung in Millionenhöhe. Diese Fakten und die fehlende Information für Anrainer sorgen in der Bevölkerung für Skepsis. Zudem sorgt der Konnex mit dem Hypo-Vorzugsaktiendeal rund um Flick, Berlin und Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer für eine schiefe Optik.
Am 10. Juli wurde das Projekt einstimmig von der Landesregierung beschlossen - argumentiert wurde das mit einem wichtigen Radweg-Lückenschluss. "Die offenen Fragen sollten jetzt aber noch geklärt werden", fordert SPÖ-Chef Peter Kaiser. "Werden wirklich alle Kosten der Verlegung übernommen, wie sehen die Details aus, wann wird mit den Anrainern gesprochen?"
Gestern gab es die erste Projektbesprechung mit Planungsbüro und der Bauabteilung des Landes. "Es gibt keine geheimen Absprachen, alles läuft transparent ab", sagt Abteilungsleiter Volker Bidmon. Die nächsten Schritte? "Gespräche mit den Betroffenen, Probebohrungen, Ausschreibungen nach dem Bundesvergabegesetz."
Features
Neue Straße
Im Herbst 2013 soll mit dem Bau der neuen Straße begonnen werden. 2014 sollen Radfahrer dann schon auf dem neuen Weg (inklusive 168,5 Meter Tunnel) unterwegs sein. Dabei müssen sie bei bis zu vier Prozent Steigung ordentlich strampeln.
Ingrid Flick besitzt in diesem Bereich über 15.000 Quadratmeter Grundstücke, die fast durchgehend zum Seegrund werden. Ergebnis: enorme Wertsteigerung und mehr Privatsphäre.













