Eine Familie versorgt sich selbst
Rosentaler machten sich mit Photovoltaik-, Klär- und Hackschnitzelanlage unabhängig. Das Gemüse wird selbst angebaut, die Hühner liefern Eier.

Foto © KLZ/WeichselbraunEmil Ogris im Golfcar mit Mähwerk
Wenn von heute auf morgen das Strom- und Kanalnetz zusammenbrechen und es weder Benzin noch Lebensmittel mehr zu kaufen gäbe, wäre das für viele Menschen wohl der Anfang vom Ende. Der Familie Ogris aus Feistritz im Rosental hingegen würde das im ersten Moment wohl gar nicht besonders auffallen. Seit mehr als 30 Jahren baut der heute pensionierte Elektrotechniker Emil Ogris daran, unabhängig zu werden - mit Erfolg.
"Angefangen hat alles 1975. Als ich damals von der Arbeit nach Hause kam und duschen wollte, musste ich erst den Badeofen einheizen. Das war mir zu umständlich", sagt der begeisterte Bastler. Er kaufte Solarzellen und montierte diese auf dem Hühnerstall und sorgte damit ab sofort für Warmwasser. Mit der Zeit folgte eine Hackschnitzelanlage, die mit eigenem Holz gespeist wird. Die rund um das Wohnhaus platzierten Photovoltaikanlagen versorgen mittlerweile das ganze Haus mit Strom. Ein Teil davon bewegt sich der Sonne nach. Die Konstruktion, die dafür nötig war, hat Ogris natürlich auch selbst gebaut.
Zähler läuft rückwärts
13.000 bis 15.000 Kilowattstunden Strom produziert er so pro Jahr. Allerdings speist er diesen nicht ins Kelag-Netz ein, da der aktuelle Einspeistarif deutlich unter dem Tarif liege, den die Familie der Kelag zahlt. Der Strom wird daher selbst verwendet. Wenn Ogris den Kelag-Hauptschalter im Haus abschaltet, flackert nur kurz das Licht - und dann läuft der Zähler rückwärts. Das aktuelle System, das vom Land gefördert wird, kritisiert Ogris, da es sich seiner Meinung nach nicht rechne: "Dabei ist es so einfach. Man braucht nur Solarzellen, einen Wechselrichter und eine Steckdose."
Inzwischen verfügt die Familie über fünf Elektroautos. "Diese haben eine Reichweite von 250 bis 300 Kilometer mit einem Tank, obwohl sie alt sind. Nur werden solche Autos heute nicht mehr produziert", sagt Ogris. Ein Mitgrund: Die Fahrzeuge verfügen über keine Klimaanlage und die Heizung wird nicht durch Strom betrieben. "Wir haben Webasto-Heizungen, die mit Benzin oder Diesel laufen. Pro Jahr brauchen wir dafür nur etwa zehn Liter Treibstoff", sagt Ogris, der an der Autoindustrie Kritik übt. Seiner Meinung nach könnten Elektroautos heute bereits weitaus mehr leisten. Ogris selbst hat nicht nur einen Pontiac zum E-Auto umgebaut, sondern auch für ein elektrisch betriebenes Golfcar ein Mähwerk sowie einen Pflug gebastelt.
Biologische Kläranlage
Damit werden die Wiese gemäht und ein kleines Kartoffelfeld bestellt. Die Familie produziert nämlich auch möglichst viele Nahrungsmittel selbst. Im Garten baut Anna Ogris Salat und Gemüse an. Eigene Hühner liefern Eier. Und die drei Laufenten, die die Familie spaßhalber "Daltons" nennt, werden als natürliche Schnecken-Entferner eingesetzt.
Mit völlig natürlichen Mitteln werden auch die Abwässer entsorgt. Da das Haus etwas tiefer als der übrige Ort liegt, hätte man beim Kanalbau eine teure Pumpstation benötigt. Ogris: "Wir haben daher unsere eigene biologische Kläranlage mit einem Rollsteinbett gebaut."
















