Bauern fürchten Strahlen
In Strau bei Ferlach kämpfen Bewohner gegen die geplante Errichtung eines Handymastes.
Die Ferlacher Familie Hafner stemmt sich gegen die Pläne eines großen österreichischen Mobilfunkkonzerns, fast unmittelbar neben ihrem Grundstück einen Handymast zu errichten. In Strau baut die Familie in bald dritter Generation Gemüse und andere Pflanzen an, die am Villacher Wochenmarkt verkauft werden.
Wo die Weidenkätzchen für Palmbuschen gerade blühen und Salat, Petersilie und Schnittlauch sprießen, soll nun auch ein Mobilfunkmast in die Höhe ragen. Gemüsebäuerin Erika Hafner protestiert: "Wir machen uns größte Sorgen, besonders um unsere Gesundheit, weil wir sehr viel Zeit im direkten Einflussbereich der Funkstrahlung verbringen müssen." Zwar gebe es bezüglich der Schädlichkeit der Strahlung zum Teil widersprüchliche Studien, aber man wolle auf Nummer sicher gehen. "Da wird offiziell davor gewarnt, Handys zu lang in der Nähe des Kopfes zu halten und wir sollen direkt neben einem Vielfachen an Strahlung leben und arbeiten?", so Hafner. Sie sei auch nicht sicher, wie Kunden darauf reagierten, wenn das an sich gesunde Gemüse, zum guten Teil aus biologischem Anbau, künftig der ständigen Funkstrahlung ausgesetzt sei.
Volksanwältin informiert
Die 63-Jährige und der Miteigentümer des Grundstücks, Johann Zechner, haben nun bei der Gemeinde Ferlach Einspruch gegen die Erteilung der Baugenehmigung erhoben. Dem Einspruch wurde zunächst stattgegeben, bestätigt Vizebürgermeister und Gemeindebaureferent Johann Werdinig (FPK). Ob dies das geplante Projekt verhindere oder nur verzögere, sei ungewiss. "Wir haben einen alternativen Standort vorgeschlagen, dieser wurde nicht angenommen", sagt Hafners Nichte Martina, die den Betrieb übernehmen wird. "Die Familie macht sich Sorgen um eine Wertminderung ihres Grundstücks", begründet Gemeinderat Herbert Stöckl (FPK) warum er sich für die Hafners einsetzt, "schließlich hat der Mobilfunkbetreiber als Nachbar auch Parteienstellung in Bezug auf das Grundstück der Familie."
In ihrer Verzweiflung hat sich die Familie an Volksanwältin Getrude Brinek gewandt. Ein Nachbar, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat mittlerweile resigniert: "Ich habe mich erkundigt - bei Handymasten kommt das Bundesgesetz zur Anwendung und was wir befürchten, spielt keine Rolle."












