KHD vergoldet sein Vereinssilber am Wörthersee
Den Kärntner Heimatdienst (KHD) erwartet ein Geldregen: Eines der letzten großen, noch unbebauten Grundstücke am Wörthersee, das der KHD geerbt hat, soll verkauft werden. Die Pläne für ein Hotelprojekt liegen bereit.

Foto © Peutz
Im Kärntner Heimatdienst gibt man sich angesichts des anstehenden Geldflusses zurückhaltend. "Es wird ein niedriger siebenstelliger Betrag werden", bemüht sich KHD-Funktionär und Rechtsanwalt Gert Seeber um Gelassenheit. Vor mehr als zehn Jahren hat der Heimatdienst eines der letzten großen unbebauten Grundstücke in Wörthersee-Nähe geerbt. In zweiter Reihe, vom See nur durch die Süduferstraße und das Strandbad Schiefling getrennt. Jetzt sieht es so aus, als könnte der KHD das Vereinssilber vergolden und an einen Immobilienentwickler verkaufen.
Am Donnerstagabend gab der Gemeindevorstand von Schiefling grünes Licht und "setzte ein Umwidmungsverfahren in Gang", wie ÖVP-Bürgermeister Valentin Happe der Kleinen Zeitung bestätigt. Übersetzt bedeutet das nichts anderes, als dass auf dem rund 6600 Quadratmeter großem Grundstück demnächst die Bagger für das nächste Hotelprojekt anrollen werden. Der Gemeinderatsbeschluss am 27. März sollte nur noch Formalität sein.
Familienhotel
"Wir haben schon konkrete Pläne", erklärt Immobilienentwickler Johann Grandits. "Ein Familienhotel wäre ein Thema, denn in diesem Bereich gibt es am Wörthersee nichts Vernünftiges", Grandits, der laut eigenen Angaben selbst der wirtschaftliche Nutznießer der komplizierten Gesellschaftskonstruktion im Hintergrund der "WS Seedomizil Errichtungs GmbH" ist. 18 Millionen Euro plant er zu investieren. 120 Hotelbetten sowie 40 Appartmentbetten seien vorgesehen, wobei Grandits sich beim Projekt noch alle Optionen offenhalten will.
"Wir sind auch mit einem Betreiber im Gespräch, der ein Projekt mit medizinischen Aspekten verwirklichen möchte."
So friedlich, wie sich alle Beteiligten nun geben, liefen die Verhandlungen in den letzten Wochen aber keineswegs. Ursprünglich wollte sich Grandits für sein Hotelprojekt einen gesonderten Bereich im Gemeindestrandbad Schiefling herausnehmen - und hatte auch schon die Unterstützung von Bürgermeister Happe für das Ansinnen.
"Allerdings hätten wir dann im Gemeindebad eine Zweiklassengesellschaft gehabt", kritisiert ein Insider. "Dass wir diese Liegefläche nicht bekommen, ist zwar ein Abstrich an der Qualität, ändert aber nichts an unserem Plan."
Zudem will Immobilienentwickler Grandits auch am Ossiacher See investieren. "Das Grundstück der Kärntner Tourismusholding reizt uns. Wir sind hier auch schon mit einem internationalen Investor im Gespräch", sagt Grandits im Gespräch mit der Kleinen Zeitung.














