Kinder mussten mit Schischuhen in Reisebus stehen
Zu wenige Sitzplätze: Eine gefährliche Fahrt führte am Mittwoch eine Klagenfurter Volksschule zum Schitag nach Bodental durch. Neun Personen mussten im Bus stehen. Dem Direktor drohen Konsequenzen.

Foto © KKHelmut Schernitz, ÖAMTC-Jurist
Das Gesetz ist klar: In einem Bus muss jeder einen Sitzplatz haben und angeschnallt sein. "Ausgenommen sind nur die Linienbusse", sagt ÖAMTC-Jurist Helmut Schernitz. Dass also Kinder und Lehrer in einem Reisebus stehen müssen, ist verboten und gefährdet massiv die Sicherheit!
Von diesem Gesetz wusste offenbar der Direktor einer Volksschule im Bezirk Klagenfurt-Land als auch sein gesamtes Lehrerkollegium nichts. Oder wurde es einfach ignoriert? Am Mittwoch fuhren die Schüler der ersten und zweiten Klassen (die Kinder sind zwischen sechs und acht Jahre alt) zum Schitag ins Bodental. Samt Lehrern machten sich 69 Personen auf die Fahrt. Der Bus hatte aber nur 60 Sitzplätze. Sechs Kinder und drei Lehrer mussten deshalb während der Fahrt auf den Loiblpass im Bus stehen. Sie hatten Schischuhe an und trugen ihren Rucksack und Helm bei sich. Auch mit der Gurtenpflicht nahm man es nicht so ernst.
Da man dann offenbar doch Bedenken hatte, bestellten die Lehrer für die Rückfahrt einen zweiten Bus. Als die Kinder von den Umständen der Hinfahrt erzählten, beschwerten sich mehrere Eltern beim Direktor. Umso verwunderlich ist es, dass am Donnerstag abermals ein zu kleiner Bus vorfuhr! Für ein Kind und drei Lehrer gab es wieder keinen eigenen Sitzplatz. Das Kind teilte sich mit einem anderen den Platz. "Die Lehrer haben sich auch dazugesetzt", bestätigt die verantwortliche Lehrerin. Weiters sagt sie: "Wir haben am Mittwoch nur einen Bus mit 60 Sitzplätzen bekommen, da ist etwas danebengegangen. Was hätten wir tun sollen? Den Kindern wäre sonst ein Schitag entgangen."
Der Busbesitzer, der sein Fahrzeug an einen anderen Unternehmer vermietet hat, ist fassungslos. Genauso wie Rudolf Altersberger, Vizepräsident des Landesschulrates. "Das ist nicht zu dulden", sagen beide. Altersberger: "Der Direktor hat die Letztverantwortung. Er muss mit jetzt mit einer disziplinären Maßnahme rechnen."











