Schaulustige pilgern zum "Hinkelstein"
Nach dem Felssturz im Loibltal werden die riesige Gesteinsbrocken zur Besucherattraktion. Die Entscheidung über Schutzmaßnahmen ist im Frühjahr.

Foto © Peter Just30.000 Kubikmeter Gestein lösten sich vergangene Woche aus einer Felswand und stürzten ins Loibltal. Die größten Felsbrocken wiegen 60 und 120 Tonnen. Viele Schaulustige besichtigen die Riesensteine vor Ort
Diverse Voraussetzungen, um zu einem Kultobjekt zu avancieren, bringt er definitiv mit: überdimensional groß, 120 Tonnen schwer, und quasi vom Himmel gefallen. Immer mehr Schaulustige wollen sich die Felsbrocken anschauen, die vergangene Woche auf den Parkplatz der Tscheppaschlucht im Loibltal gedonnert sind. "Der größte Fels hat schon zahlreiche Fans bekommen, es kommen laufend Leute ins Loibltal, die die Stelle begutachten wollen", bestätigt Ferlachs Bürgermeister Ingo Appé.
Das Betreten der Absturzstelle ist aber verboten, was laut Appé auch mit Schildern gekennzeichnet ist. "Wenn da jemand reingeht, dann geht er auf eigene Gefahr hin", sagt Landesgeologe Richard Bäk. Ein weiterer Felssturz kann derzeit nämlich nicht ausgeschlossen werden. In der Felswand hoch über dem Parkplatz gibt es große Klüfte, lockeres Gestein könnte wieder ins Tal stürzen. "Ein Ereignis dieser Dimension ist aber nicht mehr zu erwarten", so Bäk.
Der Tscheppaschlucht-Parkplatz bleibt im Winter auf jeden Fall gesperrt, im Frühjahr wird entschieden, wie es weitergehen soll. Ein Teil des Parkplatzes kann ohne Bedenken geöffnet werden. Bäk: "Mithilfe einer Computersimulation können wir untersuchen, welche Blöcke aus welcher Höhe aus der Felswand stürzen und wie weit die gelangen könnten." Auf Basis dieser Simulation müssten dann die Sicherheitsmaßnahmen adaptiert werden. "Ein Erdwall zum Schutz ist ja schon vorhanden, die Frage ist, ob das ausreichend ist." Der Schutzwall könnte erhöht werden, eine weitere, deutlich kostspieligere Maßnahme wären Sicherungsnetze.
Die großen Felsen bleiben vorerst liegen. Der größte "Hinkelstein" könnte sogar zur dauerhaften Besucherattraktion werden. "Ich bekomme aus ganz Kärnten Reaktionen, dass man den Fels doch einfach stehen lassen soll", erzählt Appé, der sich mit dem Gedanken durchaus anfreunden kann. "Warum eigentlich nicht? Es wäre wahrscheinlich auch die wirtschaftlichste Variante, ihn dort zu lassen."















