"Geistertraktor" endete brennend in Wiese
Dienstag setzte sich ein Traktor auf einem Grafensteiner Bauernhof selbst in Gang und in Fahrt. Dann loderten meterhohe Flammen und bedrohten 600 Jahre altes bäuerliches Anwesen. Eine 29-Jährige versuchte den Traktor noch zu stoppen.

Foto © Peter Kimeswenger
Es waren Szene wie aus einem Actionfilm die sich, wie berichtet, am Samstag gegen 19 Uhr auf einem traditionsreichen bäuerlichen Anwesen in der kleinen Ortschaft Replach in der Gemeinde Grafenstein abspielten. "Ich war im Stall beim Füttern, als ich plötzlich Startgeräusche beim Traktor hörte", schildert Jungbäuerin Silvia Weratschnig.
Eine halbe Stunde davor hatte die zweifache Mutter mit der Zugmaschine Silo eingebracht. "Die Mama war im Haus, der Vater, mein Mann und die Kinder nicht zu Hause. Ich konnte mir keine Reim darauf machen, wer den Traktor startet", so Weratschnig. Die Jungbäuerin hielt Nachschau und glaubte ihren Augen nicht zu trauen. Der Traktor fuhr, wie von Geisterhand gelenkt, im Retourgang im Kreis. Plötzlich schlugen Flammen aus dem Steyr 8055. "Ich rief nach meiner Mutter, sprang auf den Traktor und versuchte ihn zu stoppen. Auch meine Mutter stieg ins Führerhaus. Der Traktor ließ sich einfach nicht abstellen", schildert Silvia Weratschnig.
Als durch die enorme Hitzeentwicklung die Scheiben barsten mussten die Frauen flüchten. Familienangehörige, deren Häuser rund um den Hof stehen, eilten ebenso wie Nachbarn herbei. Vier Pulver-Feuerlöscher wurden leergespritzt - ohne Wirkung. Erst Männer der FF Grafenstein gelang es, den brennenden Traktor abzulöschen. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen im fünfstelligen Euro-Bereich. "Wir hatten Glück im Unglück. Wäre der Vorwärts- statt der Retourgang eingelegt gewesen, wäre der brennende Traktor direkt in den Stall gefahren. Dann wäre das ganze Wirtschaftsgebäude wohl in Flammen aufgegangen", weiß Weratschnig.
Der besondere Dank ihrer Familie gilt allen, die so rasch zur Stelle waren, um zu helfen. Heute steht Silvia Weratschnig übrigens mit ihrer Mutter wieder am Klagenfurter Benediktinermarkt und bietet köstliche Qualitätsprodukte aus eigener Erzeugung feil - wie schon die Großmutter.













