Waller lieferte Fischer einen 25-Stunden-Kampf
Spektakuläres Duell in der Maria Wörther Bucht: Ein Waller biss am Samstag um 16 Uhr an. Am Sonntag um 17 Uhr holte der Fischer das Tier schließlich aus dem See. "Petri Heil", sagt der Landesfischereiinspektor.

Foto © Eggenberger"Der Fisch hat mich im Zickzack-Kurs über den See gezogen", sagt Gerald Watzenig
Zwei Tage und zwei Nächte kämpfte der Fischer Santiago in Ernest Hemingways berühmter Novelle "Der alte Mann und das Meer" gegen einen riesigen Marlin. So lange brauchte Gerald Watzenig aus Maria Wörth zwar nicht. Sein Kampf mit einem 30 Kilo schweren und 1,66 Meter langen Waller dauerte aber immerhin 25 Stunden. "So was habe ich noch nie gehört. Das ist rekordverdächtig", sagt Landesfischereiinspektor Wolfgang Honsig-Erlenburg. "Petri Heil!"
Der Fischereiexperte erinnert sich: "Vor 10, 15 Jahren hat Gerald Arnold bei Krumpendorf einen 2,2 Meter langen Waller gefilmt." Heuer sei bereits ein 1,96 Meter langes Tier aus dem Längsee geholt worden. "Es ist auffällig, dass dieses Jahr besonders große Waller aus den Kärntner Seen geholt wurden", sagt Honsig-Erlenburg. "Vielleicht lag das an den warmen Wassertemperaturen. Da beißen sie gern."
Der Kampf mit dem Fisch
Es war am Samstag gegen 16 Uhr, als der Waller bei Gerald Watzenig angebissen hat. Der Fischer saß in seinem Boot in der Maria Wörther Bucht. Er merkte sofort, dass er ein besonderes Exemplar an der Angel hatte. "Meine Schnur war nicht dafür ausgelegt", erzählt Watzenig. Der Waller leistete enormen Widerstand. "Es ist ein Wahnsinn, welche Kraft so ein Fisch hat. Ich habe die ganze Nacht durchgedrillt. Der Fisch hat mich im Zickzack-Kurs über den See gezogen. Wegen der Bojen und Schlingpflanzen hatte ich oft Angst, den Fisch zu verlieren."
Am Sonntag merkte Watzenig, dass der Waller müde wird. Der Fischer war noch fit - dank der Hilfe von Freunden, "die mich mit Kaffee, Kuchen und Wurstsemmeln versorgten". Um 17 Uhr konnte er den Fisch mithilfe eines Kollegen ins Boot holen. Jetzt liegt er bereits filetiert in der Tiefkühltruhe.
Gerald Watzenig hatte also mehr Glück als Hemingways Fischer. Dessen Marlin haben Haie auf dem Weg in den Hafen bis aufs Skelett abgenagt.














