Abgehoben: Jets im Kleinformat
Bis zu 20.000 Euro teuer und 450 km/h schnell! Einige der besten Modelljet-Piloten Österreichs zeigen am Wochenende im Rosental ihre Mini-Stars.

Foto © PhinoVereinsobmann Peter Zarfl: "Versuchen, Manöver wie Kunstflugpiloten zu fliegen"
A uf den ersten Blick sind sie von ihren großen Brüdern in der Luft nur schwer zu unterscheiden: die maßstabgetreuen Nachbauten (Scale 1:3,5) eines Modelldüsenjets. Bis zu drei Meter lang sind die Maschinen, deren Spannweiten drei Meter und mehr betragen können. In manchen Flugphasen werden die Jets 450 Stundenkilometer schnell!
Solche Geschwindigkeiten werden nicht mit der Hand gestoppt, die Technikfreaks installieren eine GPS-Zeitmessung, um Daten zu ermitteln. "Die Rümpfe unserer Turbinenjets sind aus Karbon, Kevlar und Glasfaser. Das sind extrem belastbare Materialien", sagt Udo Dettelbacher, der so ein Gerät selbst bewegt. "Bei den Düsenjets kann allein eine Turbine 4500 Euro kosten, ein kompletter Jet-Bausatz landet finanziell schnell bei 20.000 Euro", weiß der stellvertretende Obmann der Modellfluggruppe Klagenfurt/St. Johann i. Rosental. "Wir versuchen, die Manöver der echten Kunstflugpiloten nachzufliegen. Wir schaffen noch spektakulärere Figuren, weil die Belastungsgrenze des Menschen im Cockpit wegfällt", erklärt Peter Zarfl, der Vereinsobmann.
Die bis zu 25 Kilo schweren Miniaturdüsenflieger sind Hightechgeräte. So verfügen sie über komplizierte Steuermechanismen und Einziehfahrwerke mit Scheibenbremsen, um die Maschinen am Boden einbremsen zu können. Vier "Jet-Piloten" sind in der Modellfluggruppe aktiv, rund 50 Modelljetpiloten sind in Österreich registriert, sie "pilotieren" rund 100 Modelle und sind gern gesehene Stars bei Flugshows. Ziel der Modellflugsportler im Rosental ist es, Flugzeugmodelle aller Art in die Luft zu bringen und dort spektakulär zu bewegen. Egal, ob ferngesteuerte 100-Euro-Einstiegsmodelle oder Modelldüsenjets: Für alle ist im Luftraum über dem Modellflugplatz im Rosental Platz.
Unfallfrei und seit 40 Jahren wird dort Modellflugsport praktiziert. Die Piloten haben die Manöver ihrer Flieger im "kleinen Finger", die Fernsteuerungen geben dank des Fingerspitzengefühls der Piloten den Flugmodellen Kurse und Manöver vor. Vom neunjährigen Michael Slanschek bis zum Senior Wilhelm Pernath (79) reicht das Altersspektrum der himmelstürmenden Gemeinschaft.
Es gibt in der Szene Freaks, die den ganzen Winter als Modellbauer tüfteln und den gesamten Sommer fliegen. "Die Ehen dieser Modellflieger sind absturzgefährdet, bei uns im Klub ist dieses Verhalten aber wenig ausgeprägt", sagt der Bankangestellte Udo Dettelbacher. Modellflug ist ein Präzisionshobby, der Modellbau ebenfalls. Vereinsmitglieder erlebten kindliche Prägungen am Modellflugplatz. Major Günter Taschler wuchs vom Modellflieger zum Eurofighter-Piloten. Michael Hösel macht in Deutschland die Ausbildung zum Berufspiloten, auch Thomas Schmid ist Zivilpilot. Sie haben Modelljets gegen echte Düsenflieger getauscht. Die Modellfluggruppe stellt viele Staatsmeister in allen Kategorien des Modellflugsports. Erfolgreichstes Vereinsmitglied ist Hanno Prettner, der siebenfache Weltmeister.
Dass trotz aller Perfektion Abstürze passieren, das gehört zum Hobby wie der Modellbauplan! "Zehn Crashs muss man in einem Modellflugpilotenleben einkalkulieren" sagt Dettelbacher. Obwohl die Technik besser wird, ist so mancher Meister vom Himmel gefallen.
Features
Flugshow
40 Jahre jung ist die Modellfluggruppe Klagenfurt/St. Johann im Rosental. Gefeiert wird diesen Samstag und Sonntag mit einer Flugshow in St. Johann (ab 10 Uhr).
Hanno Prettner, vielfacher Modellflugweltmeister ist prominentestes Vereinsmitglied. Viele Mitglieder sind "echte" Piloten.













