Volksbefragung: "Zwischen Pest und Cholera"
Landtagspräsident Josef Lobnigs Aussage zur Befragung im Ortstafelkompromiss wirft Fragen auf. Scheuch gibt sich lakonisch, Dörfler urlaubt.

Foto © Weichselbraun
Bei der Vollversammlung des Abwehrkämpferbundes in Krumpendorf hat Landtagspräsident Josef Lobnig (FPK) mit diesem Sager Applaus geerntet: "Die Befragung zum Ortstafelkompromiss ist eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera."
Bei seinem Parteichef Uwe Scheuch hält sich die Begeisterung in Grenzen. Mit der Lobnig-Aussage konfrontiert, meinte der FPK-Obmann am Monatag lakonisch zur Kleinen Zeitung, er kommentiere solche Aussagen nicht, habe genug damit zu tun, darauf zu achten, dass seine eigenen Sprüche richtig zitiert werden. Es sei aber falsch, aus Lobnigs Aussagen zu schließen, dass die FPK von der geplanten Brief-Befragung Abstand nimmt. Diese finde "auf jeden Fall" statt, und zwar vom 6. bis 17. Juni.
"Wehren" ist noch schlechter
Lobnig selbst erklärte Montag der Kleinen Zeitung, dass er bei der Veranstaltung in Krumpendorf versucht habe, die Abwehrkämpfer davon zu überzeugen, den Ortstafelkompromiss zur Kenntnis zu nehmen: "Ich wollte den Delegierten damit sagen, dass es noch schlechter wird, wenn man sich gegen diese Lösung wehrt. Mit einer Ablehnung würden weitere Klagen der Slowenen beim Verfassungsgerichtshof provoziert mit der Folge, dass möglicherweise mehr als 200 zweisprachige Tafeln aufgestellt werden müssen." Eine solche "Lösung" habe es schon einmal gegeben und zwar unter Bundeskanzler Bruno Kreisky. Die damals verordneten 208 Tafeln hätten den legendären Ortstafelsturm ausgelöst. Und einen solchen brauche das Land nicht mehr. Landeshauptmann Gerhard Dörfler , der als einer der Väter des Ortstafelkompromisses gilt, konnte nicht befragt werden. Er befindet sich nach Angaben seiner Sprecherin auf Urlaub und hat "das Handy ausgeschaltet".













