"Hitlerspruch" kostete Mandat im Gemeinderat
Mit einem Rücktritt zog der Ebenthaler FPK-Gemeinderat Gerry Leitmann die Konsequenzen aus der Tattoo-Affäre. Die Klagenfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Leitmann.

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Zu langsam war der Parteivorstand der FPK Ebenthal Montagabend in Sachen Tattoo-Affäre: Gerry Leitmann kam ihm zuvor und verzichtete aus nicht näher angeführten persönlichen Gründen auf sein Mandat im Gemeinderat. Der FPKler war am Wochenende in die Schlagzeilen geraten, weil er sich den Nazi-Spruch "Blut und Ehre" auf den Unterarm hatte stechen lassen.
"Wir haben Leitmann den Rücktritt nahegelegt", sagt Christian Kau. Der Gemeindeparteiobmann der Ebenthaler FPK kam damit strafrechtlichen Konsequenzen zuvor: Das Tattoo würde als Verwendung der Kennzeichnung einer verbotenen Organisation gelten, so der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Strafrecht in der Rechtsanwaltskammer, Wolfgang Moringer. Würde man Leitmann den Vorsatz zur Wiederbetätigung nachweisen können, würden ihm fünf bis zehn Jahre Haft drohen. Dafür müsste geprüft werden, ob Leitmann die historische Einordnung des Begriffes bekannt war. Gegenüber der Kleinen Zeitung versicherte Leitmann, von der Bedeutung nichts gewusst zu haben.
Ob dem Fußballer und Faschingsgildenmitglied Glauben geschenkt werden kann, darüber entscheidet jetzt die Staatsanwaltschaft. Deren Sprecher Helmut Jamnig bestätigt, dass die Klagenfurter Staatsanwälte "von Amts wegen" tätig geworden sind und den Sachverhalt überprüfen werden.
Lange wird das Corpus Delicti für die Ermittler jedenfalls nicht mehr zur Verfügung stehen, Leitmann hat bei Bekanntwerden der Affäre angekündigt, das Tattoo noch diese Woche "weglasern" zu lassen. Versteckt hat der Ebenthaler Ex-Gemeinderat sein Tattoo in der Vergangenheit aber nicht. Bei Fußballspielen im Trikot oder bei diversen Auftritten im Rahmen von Faschingssitzungen zeigte sich Leitmann mit dem Wahlspruch der Hitlerjugend gut sichtbar in der Öffentlichkeit. Warum die historische Belastung seines Körperschmuckes erst jetzt aufgefallen ist, bleibt daher unbeantwortet.
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HJ-LEITSPRUCH
"Blut und Ehre" war nicht nur der Leitspruch der Hitlerjugend, die Worte waren auch in Messer eingraviert, die Mitglieder der Organisation bei sich trugen. Unter diesem Titel brachte auch der Gauleiter von Wien, Baldur von Schirach, ein Liederbuch heraus. Bis 1945 wurde "Blut und Ehre" als Grußformel verwendet, wenn sich Mitglieder der Hitlerjugend trafen. In Ungarn nennt sich eine rechtsextremistische Skinhead-Organisation "Ver es Becsület", was übersetzt "Blut und Ehre" bedeutet. Ein internationales rechtsextremes Netzwerk trägt die englische Version als Namen.















