Anzeigenflut um Comenius-Heim
Tauziehen um Betreuung einiger Kinder artet in eine Schlammschlacht zwischen Wiener Trägerverein und Sozialreferent Ragger aus.

Foto © KK/Eggenberger
Fünfzehn Kinder werden in dem Heim betreut, die angeschlossene Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht besuchen zwei weitere Kinder. Um die Zukunft dieser Betreuten im Comenius-Heim in Techelsberg ist ein Tauziehen entbrannt. Sozialreferent Christian Ragger (FPK) hat den Vertrag mit den Betreibern, dem "Kuratorium für künstlerische und heilende Pädagogik" - eine Wiener Stiftung - per 1. Jänner 2012 gekündigt. Er wirft ihnen vor, "Mieten in unangemessener Höhe" zu kassieren, jährlich 100.000 Euro. Die erzielten Überschüsse würden nach Wien fließen. Dadurch wäre eine "zweckwidrige Verwendung von Kärntner Fördergeldern" gegeben. Ragger hat die Sozialabteilung beauftragt, eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft zu übermitteln.
Streit um Miete
Den Klagsweg beschreiten wollen auch die Betreiber. Sie haben Ragger, den Techelsberger Bürgermeister Johann Koban und Roman Lauchard, den Ehemann der langjährigen Heimleiterin, aufgefordert, den Vorwurf der Zweckentfremdung von Mitteln zurückzunehmen. Nachdem dies nicht geschieht, soll Klage eingereicht werden. Die verrechnete Miete sei auch nicht überhöht, sondern betrage 75.000 Euro. Weil er sich wundert, dass die von Ragger vor Monaten angekündigte Anzeige noch nicht erfolgt ist, kündigte auch Lauchard eine Anzeige an. Er war in dem Heim beschäftigt und wurde entlassen, seine Frau gekündigt. Weil sie sich gegen den Abfluss der Fördergelder nach Wien gewehrt hätten, behauptet Ragger.
Aus für Schule
Jetzt soll ein neuer Verein die Betreuung der Kinder übernehmen und mithilfe des Landes eine neue Unterkunft finden. "Ich will kein Geld nach Wien zahlen, da bin ich protektionistisch" sagt Ragger. So soll der Aufwand für das Land geringer werden, zumal es keine Privatschule mehr geben wird. Die Kinder sollen öffentliche Schulen besuchen. Eine Unterbringung der Kinder in einer anderen Einrichtung ist kein Thema. Dass parteipolitische Nähe Grund für das Engagement des Landes ist, bestreiten alle Betroffenen. Lauchard war Mitarbeiter von Landeshauptmann Dörfler, seine Frau ist ÖVP-Vizebürgermeisterin in Techelsberg.













